Zukunftshypothese für die Spieleindustrie

Zukunftshypothese für die Spieleindustrie

  • On 16. Oktober 2015
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Das ich beruflich im Bereich der Onlinespiele aktiv gewesen bin, ist nun ein paar Jahre her. Dennoch beschäftigt mich das Thema weiterhin sehr, auch als Gesellschafter, allerdings eher von einer übergeordneten Betrachtungsweise. Hier frage ich mich vor allem, was wohl die kommenden Strömungen und Trends sein werden. What´s the next big thing?

Vor dem Ausblick ein Rückblick. Hier stehen die letzten 15 Jahre wohl für den Aufstieg des Onlinegamings an sich. Zunächst einmal in Form von „Onlinefähigkeit“ von Spielen, die auf Konsolen, Rechnern etc. laufen. Hier sind vor allem Matchmodi zu nennen, die eine Onlineverbindung nutzen und voraussetzen. Dann im weiteren Fortgang aber auch der Aufstieg von reinen „Onlinespielen“, also Spielen die „aus dem Internet“ im Browser oder einer Anwendung laufen. Mit Tipp24games, später m2p, war ich hier selber im Bereich der Skillgames aktiv. Das ist auch ein Trendthema (gewesen) – der echte Onlinehype hat sicherlich mit Facebook begonnen und mit Candy Crush Saga den „ultimativen Peak“ erreicht. Die letzten 5 Jahre haben dann den rasanten Aufstieg von „mobile Gaming“ geprägt. Die Kombination aus „mobile“ und „online“ pusht einige Bereiche zusätzlich – so ist der fantastische Erfolg von Candy Crush sicherlich auch auf die mobile Umsetzung mit zurück zu führen.

Das als kurze Einführung – wie mag es wohl weitergehen? Hier sehe ich drei Hauptströmungen für die kommenden 3 – 5 Jahre:

  • „mobile eats the world“ – der Slogan hat immer noch seine Gültigkeit. Auch wenn die Smartphonenutzung vielfach schon als „omni/semperpräsent“ erscheinen mag, so werden wir hier dennoch weiterhin klares Wachstum sehen. „Erst“ jeder zweite Deutsche hat ein Smartphone. Die Durchdringung wird hier sicherlich weiter in Richtung 100% ansteigen – zumindest wird irgendwann jede „vertragsfähige“ Person ein Smartphone haben. Ferner wird die Durchdringung mit leistungsfähigen Geräten weiter zunehmen. Mit der Durchdringung von leistungsfähigen Smartphones wird auch die Verbreitung entsprechender Anwendungen zunehmen. Auch wenn eine „Spielefirma“ tendenziell ein Technologieunternehmen ist, gibt es dennoch weiterhin viel Content der „nicht mobilefähig“ ist. Dies wird sich auch entsprechend ändern und mobile ebenfalls pushen.
  • Augmented Reality (kurz: AR). Spiele werden mittels Projektion in echte Umgebuungen immer stärker in die Realität eingebunden und erschließen sich eine neue Erlebnisebene. Der Ansatz eignet sich vermutlich nicht für alle Spielegenres und setzt gewissen Rahmenbedingungen (Ungestörtheit, Akzeptanz im Umfeld etc.) beim Spieler voraus. Dennoch wird dieser Bereich sicherlich stark wachsen. Auch hier wird es eine engere Verbindung zwischen Smartphone und Augmented Reality geben, da schon jetzige Gerätegenerationen als AR-Simulator genutzt werden könn(t)en.
  • Virtual Reality (kurz: VR). Geht von der Immersion klar einen Schritt weiter und mit Oculus Rift gibt es auch schon „Fixpunkte“ in der Gamerwelt, die die Neuerungen dieser Technologie wünschbar machen. Noch soll VR ein paar Probleme haben. Devices sind entweder sehr teuer und/oder kommt es oft zu Übelkeit bei den Nutzern durch lagging zwischen der virtuellen Realität und der tatsächlichen Positionierung im Raum. Das wird sich aber in den kommenden Jahren schnell immer weiter bessern. Die Problematik der teuren Hardware wird auch hier durch Smartphones als Device überbrückt werden. VR wird auch in anderen Entertainmentbereichen sehnlichst erwartet und es wird schnell eine Vielzahl von Anwendungen geben, die entwickelt werden. Ähnlich wie bei der Webnutzung im allgemeinen, werden Spiele und dedizierte Erwachsenenunterhaltung die Verbreitung vermutlich stark anschieben.

In Summe gehe ich davon aus, das „Smartphones“ als Katalysator für AR und VR dienen werden und diese beiden Techniken stark mit anheizen werden. Perspektivisch erscheint mir „virtual reality“  als „spannender“ und entwicklungsfähiger; bietet es doch letztlich wirklich die Möglichkeit komplett in die Spielewelt (und andere Welten) einzutauchen. Das mobile Device steht dabei im Mittelpunkt und wird in seiner Relevanz für die technologische Entwicklung und damit auch für den Anwender noch dramatisch zunehmen. Insofern gilt also auch „mobile eats the world“, nur das es neben Access und Rechenpower künftig auch noch als Enabler für weitere Themen fungieren wird. Ich glaube, das wird richtig spannend.

 

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