Wie gefährlich sind Computerspiele? – oder auch: Demagogen bei der Arbeit

Wie gefährlich sind Computerspiele? – oder auch: Demagogen bei der Arbeit

  • On 8. November 2013
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Unter diesem Titel gab es vor kurzem eine Ausstrahlung im Format „Talk im Hanger“ bei Servus TV in Österreich: hier. Das Ganze „soll“ wohl eine Art Diskussion darstellen. „Soll“ deshalb weil es im Grunde eine schon vorher klar besetzte Szenerie ist. Beleuchtet werden soll, ob Computerspiele gefährlich sind. Die eine Seite sagt ja, die andere nein. Die „Ja“ Sager sind dann gerne der Veraucherschutz, irgendein Psychologe (hier Peter Vitouch, Medienpsychologe) und gerne jemand von der Familie Pfeiffer. Hier dann mal wieder die Regine Pfeiffer. Auf der „Nein“ Seite Malte Behrmann und Fabian Siegismund. Ein Datenschützer war natürlich auch noch dabei.

Den Datenschützer und den Psychologen kann man hier außer Acht lassen – kaum Beiträge. Regine Pfeiffer hat sich mal wieder über free-to-play ereifert und zum Verbraucherschutz brauch ich nicht viel sagen. Malte Behrmann vertritt die Spieleentwickler – die Statements sind auch keine Überraschungen. Fabian Siegismund fand ich richtig super – spritzig und inhaltlich stark. Die Einspieler vom TV Sender waren wie so oft verkürzend und eher pro „Computerspiele sind super total mega gefährlich“.

Das alles ist ja nun nicht neun und gab es in ähnlichen Konstellationen schon X-mal. Ein Ergebnis kommt dabei eh nicht raus und jede Seite kann sich danach bestärkt fühlen, das ihre Sicht nun die rivhtige ist. Beschämend ist dabei, wie schwach die meisten Beiträge inhaltlich sind. Besonders die Einspieler vom TV und die Meldungen von Regine Pfeiffer sind stark emotional gefärbt. Lächerlich wird es an dem Punkt, an dem dann auch noch Beileid für Regine Pfeiffer bekundet wird, die das Opfer der Gewalt der Kinder wird, die durch die Computerspiele erst geschaffen wird. Jaja….schlimme Welt. Im übrigen wird auch noch festgestellt, das Computerspieleentwickler tatsächlich versuchen Geld zu verdienen und das es unfassbarer Weise Kinder gibt, die sich trotz Altersbeschränkung Zugang zu eigentlich verbotenen Spielen verschaffen.

Was mich am meisten ärgert, ist die Banalität mit der hier gearbeitet wird und wie dieses Format  versucht, recht billig populistische Meinungsmache zu nutzen ,um Quote zu realisieren. Hart gesagt diskutiert ein Haufen alter Menschen, die größtenteils „non-gamer“ oder maximal „Berufs-gamer“ sind, über die Spieleindustrie und deren Wirkung auf Kinder.  Kleben bleibt das Etikett, das da irgendwie eine Menge fischig ist und irgendwelche engagierten Eltern werden ihrem Kind vermutlich wieder die Wii wegnehmen und denken, damit ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen zu sein.

Eigentlich schade, das eine ernsthafte und ehrlich Diskussion scheinbar nicht stattfinden kann. Wenn dem so wäre, würde es vermutlich sehr spannend werden, Eltern wären aufgeklärter, vielleicht würde es auch bessere Spiele geben. Was aus Regine Pfeiffer würde, wäre unklar – vielleicht geht die dann zu AstroTV :-)

 

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