TV is doomed – Heizdecken auf dem ZDF

TV is doomed – Heizdecken auf dem ZDF

  • On 22. März 2017
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Es ist ja im Grunde nichts neues, das es eine Transition zwischen klassischem TV und Online Nutzung gibt. Je jünger eine Person ist, desto wahrscheinlicher ist, das dieser Mensch online Video Inhalte außerhalb des klassischen TV bevorzugt. Die eingebundene Grafik ist auch schon zwei Jahre alt – inzwischen wird der Onlinebereich seine Position weiter ausgebaut haben und die Grenze ab wann online Video bevorzugt wird, ist im Alter angestiegen.

Dennoch ist TV auch in den Köpfen der „Macher“ im Onlinebusiness oft noch als feste Größe gesetzt. Viele Digitalplayer sind  auch im TV werblich aktiv und versuchen neben klassischem Sales auch am Brandbuilding zu arbeiten. In vielen Fällen funktioniert das auch sehr gut – in Deutschland bekannt ist Zalando mit der „Schrei vor Glück“ Kampagne.ParksAssociates_Most-Important-Video-Source-by-Age-PR_03 Das allgemeine Credo ist sicherlich immer noch, das TV die „Königsdisziplin“ der Werbung ist und wer es national & international zu echter Bekanntheit bringen will, muss auch im klassischen Fernsehen aktiv sein.

In diesem Kontext ist ein echter Paukenschlag, was Adidas zu seiner Strategie für die kommenden vier Jahre verlautbart hat:

Das Unternehmen will seinen Umsatz über digitale Kanäle von heute 1 Milliarde US Dollar auf 4 Milliarden US Doller bis Ende 2020 vervierfachen. Zu diesem Zweck will man künftig ausschließlich Werbung auf digitalen Kanälen nutzen – TV Werbung soll nicht mehr stattfinden!

Nach den Gründen für diese Entscheidung gefragt, führt der CEO aus, das „mobile“ der wichtigste Kanal ist um mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten und das in Summe digital der Kanal der Zukunft ist. Die bisherigen Verschiebungen zu Gunsten digital wären sehr erfolgreich gewesen. Dem würde nun Rechnung getragen werden.

Das muss man sich noch mal richtig bewusst machen: Adidas will künftig keine TV Werbung mehr machen!

Die Begründung findet sich auch in der Grafik wieder: Die Hauptzielgruppe sind eher junge Menschen und die sind eher digital als vor dem TV zu finden und zu erreichen. Das was heute für Adidas gilt, gilt sicherlich noch nicht für viele Unternehmen. So lange die Kunden eher älter sind (sagen wir mal 40+) wird TV auch heute noch ein sehr effizienter Kanal sein. Spannend ist hierbei aber die weitere Dynamik. Denn im Laufe der Zeit wird sich der Sweet Spot zu Gunsten von TV immer weiter auf der X-Achse gegen unendlich verschieben: die Altersgruppe in der TV dominiert, wird also immer älter und kleiner werden.

Diese Entwicklung ist klar vorhersehbar und nicht umkehrbar. Insofern kommt es nicht überraschend, das sukzessive Unternehmen TV Werbung reduzieren oder gar komplett einstellen werden – zu Gunsten digitaler Werbung. Ich finde es allerdings überraschend, das diese Bewegung nun schon Wirklichkeit wird mit solch bekannten Unternehmen wie Adidas – damit hätte ich jetzt noch nicht gerechnet. Es wird spannend sein zu sehen, wann quasi der break-even zu Gunsten von digital ist und die Mehrzahl der Unternehmen TV Werbung zu Gunsten digitaler Werbung einstellt. Eine Schätzung kann eigentlich nur falsch sein, aber ich würde mich dennoch versuchen: Ich denke es wird 2025 so weit sein.

Natürlich wird es immer weiter TV Werbung geben. Die Art der Werbung, das Preisniveau und damit auch die umgebenden Contents werden sich allerdings dramatisch verändern. Ich gehe davon aus, das TV Werbung ab 2020 deutlich preiswerter werden wird und dies dazu führt, das immer mehr Nischenangebote Zugang zur TV Werbung erhalten werden – im Grunde wird das TV Werbeprogramm aus den Nachtstunden und den Spartensender im Mainstream landen und irgendwann läuft dann zur Primetime Werbung für Heizdecken im Teleshopping im ZDF.

 

 

 

 

 

 

 

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