Travian entlässt 60 Leute – ist free2play tot?

Travian entlässt 60 Leute – ist free2play tot?

  • On 26. April 2013
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Schlechte News aus Bayern. Travian entlässt etwa 60 Mitarbeiter. Travian hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt und massiv Personal eingestellt.  Und wie auch bei anderen Beispielen aus der Branche (z.B. Bigpoint und Zynga von vor einigen Monaten), stehen sofort wieder die Geier parat, die darin den Untergang eines Geschäftsmodells sehen. Schnell wird gemutmaßt, das Travian aus zwei Gründen Personal entlassen muss:
Das sind dann zum einen ein unfähiges Management und zum anderen ist free2play als Geschäftsmodell gescheitert und würde nun auch generell immer scheitern.

Ich bin kein Insider bei Travian und kann die Gründe nicht nennen oder die Qualität der Arbeit nicht beurteilen. So wird es vermutlich der Mehrzahl gehen, weshalb ich es umso erstaunlicher finde, das nun gleich wieder fingerpointing stattfindet.

In den meisten Fällen ziehen Management und Mitarbeiter doch an einem Strang. Ich würde mal davon ausgehen, das Travian im Rahmen der positiven Marktentwicklung und frührerer Erfolge Mitarbeiter eingestellt hat, für die nun langfristig keine Perspektive besteht. Schlimm ist das natürlich immer. Kann man das verhindern? Eher selten. Verwerflich finde ich das aber nur dann, wenn das Unternehmen falsche Tatsachen vorspiegelt um Mitarbeiter zu ködern, die wenig später nicht mehr beschäftigt werden können. Ansonsten sollte doch auch jedem bewusst sein, das insbesondere in „emerging markets“ Sicherheit ein untergeordnetes Thema ist.

Wenn es um das Businessmodell geht, wird es fast noch skuriller. Free2play hat sich angefangen durchzusetzen und der Trend ist ungebrochen. Mit ziemlicher Sicherheit wird sich free2play auch weiter entwickeln und anderen Geschäftsmodellen Marktanteile abnehmen. Und letztlich entwickelt free2play den Markt auch mit. Viele Menschen die heute auf ihrem Smartphone, Pad oder bei Facebook spielen, tun dies nur, da es zunächst kostenlos ist. free2play modernisiert und revolutioniert die Spieleindustrie. Aber free2play wird sich auch weiter entwickeln und nicht immer nur casual sein – wobei Travian ja schon eher die mid/hardcore Spieler anspricht.

Es ist leider normal, das bei der Entwicklung eines Marktes oder eines Trends auch Konsolidierungen eintreten. Quasi nach dem Motto:“Zwei Schritte vor, einen zurück.“ Ob es nun Travian ist, die den nächsten Schritt wieder nach vorne gehen oder ein anderer Player – aus Gesamtheitlicher Sicht ist das auch wenig relevant. Fakt ist, das es weitergehen wird mit free2play.

Schade, das solche „worst case“ Entwicklungen wie bei Travian immer gleich zum Abgesang auf Geschäftsmodelle oder Menschen führen. International vergleichend etwas, was andere Kulturkreise irgendwie konstruktiver handhaben. Da brauchen wir uns dann aber zumindest nicht mehr wundern, wenn es in Nordamerika zum Beispiel eine andere Fehler- oder Scheiterkultur gibt.

Alles Gute allen Betroffenen!

 

 

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