Platzt jetzt die Fintech-Blase?

Platzt jetzt die Fintech-Blase?

  • On 9. September 2015
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Carsten Maschmeyer, quasi der Gründer-Strukki vom AWD wird auf Gründerszene damit zitiert, das er der Vielzahl der Fintech Startups den Untergang voraussagt. Sage und schreibe nur 10% sollen überleben.
Ja ist das denn die Möglichkeit? Das wären dann also nur 20 von 200 wie dem Artikel zu entnehmen ist. In Wahrheit ist das ja eine „Null Nachricht“. Das nur etwa 10% aller Startups überleben ist ja nichts besonderes in sich. Der Rest wird mangels sinnvollem Geschäftsmodell, starkem Wettbewerb und schlechtem Management scheitern. Symptomatisch für eine Blase und entsprechende Verdichtungen wären meiner Einschätzung nach deutlich höhere Mortalitätsquoten.

Dennoch finde ich, da ist was dran – nur anders. Fintech wird momentan überall gehypt und soll das neue Unicorn-Spiefeld sein oder zumindest werden. In meiner Arbeit für mybet habe ich mit dem Umfeld auch Kontakt bekommen, da mybet ein eigenes eGeld Institut betreibt. mybet macht das um belastbare Prozesse hinsichtlich regulatorischer Veränderungen zu haben und volle Kontrolle über den Payment Prozeß zu haben. Gerade im Zahl und/oder Top-Up Prozeß kann man schnell wertvolle Kunden verbrennen. Als non-exec Director bei einem solchen eGeld Institut bekommt man viel Kontakt zu anderen Unternehmen in der Branche – viele davon Fintechs. Hierbei finde ich besorgnis erregend, das viele Unternehmen auf Basis des Hypes gegründet worden sind und nicht, weil die Gründer wirklich von Fintech als Innovationsfeld überzeugt sind. Und weil es echte Passion braucht um dauerhaft mit einem Startup erfolgreich zu sein, denke ich das vielen Unternehmen hier schnell die Luft ausgehen wird.

Trotzdem gibt es ausreichend neue Gründungen im Fintech Bereich, die innovativ sind und einen USP für den Verbraucher bringen. Ich bin zum Beispiel ein echter Fan von „Number26“ – wirklich ein sehr intelligent gemachtes Produkt an dem permanent optimiert wird. Neben der reinen Girokontofunktion kann man sein „Konto“ auch als Wallet und als Kreditkarte nutzen. Gerade wenn man viel unterwegs ist, sehr hilfreich und bequem. Ferner ist es das erste echte „mobile first“ Produkt in dem Segment.

Ich gehe eigentlich davon aus, das Fintech erst noch am Anfang steht. Die Welle der ersten Gründungen bringt einige erfolgreiche Startups hervor und viele, die sich dauerhaft nicht durchsetzen werden. In Deutschland auch auf Basis des Hypes der Nachahmer angezogen hat. Nach einer ersten Bereinigung gehe ich aber davon aus, das es noch weitere Wellen an Gründungen geben wird, die die wirklich innovativen Modelle noch hervorbringen werden. Fintech läuft sich also gerade erst warm.

Carsten Maschmeyer hat in Barzahlen.de investiert. Das Produkt ermöglicht, das ich online einkaufe, dann offline bezahle (dann halt in bar) und dann meine Ware nach Hause geschickt bekomme. Ich wünsche niemandem was schlechtes, dennoch frage ich mich schon, ob das nicht eine Idee ist, die zu den 90% gehören wird. Offline in bar für einen Onlinekauf zahlen ist sicherlich ein Produkt, das „digital natives“ nicht verstehen und nicht benutzen werden. Es richtet sich also an meine Generation (die 70er) und davor. Abgesehen von der wenig erbaulichen dempgraphischen Entwicklung dieser Gruppe (okay – dauert noch länger) wage ich es sehr zu bezweifeln, das ein bisheriger Onlineskeptiker sich durch diese Zahlart überzeugen lässt. Wenn ich dann ohnehin „offline“ unterwegs bin, kann ich doch auch gleich dein Einkauf tätigen?

Neben klassischen Leistungen wie einem Konto oder Informationsdiensten, denke ich das Fintech sich bezogen auf b2c Lösungen durch neue Themen definieren wird, die bis heute weniger eine Rolle gespielt haben. Ich würde mir zum Beispiel eine Art Intelligentes Kassenbuch für zu Hause wünschen. Das würde dann meine Ein/Ausgänge auf dem Konto analysieren, mir die Möglichkeit geben Bargeldtransaktionen schnell und einfach zu erfassen und eine wirklich starke Analyseoberfläche an die Hand geben Das wäre dann mal echtes Fintech, finde ich.

 

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