Out of stock – schon wieder. Liefermengenplanung

Out of stock – schon wieder. Liefermengenplanung

  • On 18. Juli 2017
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oos_funproDas schlimmste was mit einem Produkt passieren kann ist, das es nicht verkaufsfähig ist, weil es zB rechtlichen Rahmenbedingungen nicht entspricht oder ähnliches. Das ist in der Regel ein Fehler in der Vorbereitung – wobei es oftmals sehr unübersichtlich ist, alle relevanten Faktoren zu identifzieren und nach zu halten. Danach ist es wirklich ärgerlich, wenn sich ein Produkt nicht verkauft. Die Gründe dafür sind so vielseitig und komplex, das es oft schwer ist, das wirklich zu verstehen. Bleibt man auf der Ware sitzen, ist es aber meistens noch möglich, eine Position en bloc an Wettbewerber oder Postenhändler abzugeben. Wenn ein Produkt dann „läuft“ ist es sehr misslich, wenn man „out of stock“ läuft. Das ist mir nun leider erneut passiert. Nach dem Abverkauf meiner ersten Bestellung im Februar war ich fast zwei Monate ohne Ware, da ich „auf Nummer sicher“ gegangen bin und erst sehr spät nachbestellt habe. In dieser Zeit waren alle aufgebauten Ranking Credits verloren und ich musste im Grunde von vorne anfangen – einzig die generierten Bewertungen waren noch vorhanden.

Ich bin sehr bemüht darum gewesen, nicht wieder ohne Ware zu sein und habe den Zeitpunkt der Nachbestellung eng im Auge gehabt. Dennoch hat es nicht geklappt – das Zeitfenster ohne Ware wird dieses mal allerdings deutlich kürzer sein. Ich arbeite jetzt mit einem Zwischenlager von dem aus ich Amazon auch per DHL Karton beschicken kann. Von dort ist heute neue Ware verschickt worden, sodass ich im worst case vielleicht eine Woche ohne Ware bin – dennoch ärgerlich. Zu der Lücke kam es durch zwei Faktoren: Durch den G20 Gipfel hat sich die Abholung der Waren vom Schiff verzögert, da der Hafen auch in weiten Teilen abgeriegelt war. Zum anderen hatte sich das Absatztempo zwischendrin massiv erhöht, sodass ich den Zeitpunkt der Nachbestellung falsch kalkuliert hatte. Um dem entgegen zu wirken hatte ich Marketingmaßnahmen wie zB PPC weitestgehend reduziert – zu Gunster der Marge. Dennoch bin ich nun wieder leer gelaufen.

Die Gründe für diese Leerbestand zeigen schon, das das Timing für Warenbestellung an sich wirklich eine Kunst für sich ist. Folgende Faktoren habe ich bisher identifziert, die hierbei relevant sind:

  • Absatzmenge X in Zeitraum Y (ich arbeite hier gerne mit dem Wochenumsatz)
  • Entwicklung Absatzmenge (zunehmend/abnehmend; in Relation zu PPC und Ranking vermittelt das ein Gefühl dafür, ob das Produkt noch anzieht, saturiert oder schrumpft)
  • Externe Events wie Weihnachten, Ostern, Primeday, BlackFriday, G20, Ferienzeiten, die Laufzeiten und Absatzmenge beeinflussen
  • Laufzeit der Order (also Bestellaufgabe, Produktion, Verschiffung, Seeweg, Verzollung, AMZ Transport)
  • Größe der Order (LLC oder FCL –> bei FCL besteht idR die Möglichkeit der Vorverzollung, was gut 3 – 4 Werktage Zeit spart
  • Geplante Maßnahmen für die Zukunft (ist Wachstum geplant? Wenn ja wie viel?)

Vieles ist Bauchgefühl und eine EBildschirmfoto 2017-07-17 um 15.12.35inschätzungsfrage. Auf Basis alter Daten kann man erstaunlicher Weise vieles sehr gut prognostizieren. Das Ergebnis aus diesen Prognosen muss man dann noch in Einklang bringen mit der verfügbaren Liquidität und dem eigenen Risikoprofil.

In jedem Fall empfiehlt es sich, die Bestellplanung nicht einfach dem Zufall zu überlassen oder auf Basis einer reinen historischen Durchschnittsberechnnung zu ordern. In diesen Fällen wird man garantiert immer wieder „out of stock“ laufen und das ist zwingend zu vermeiden. Out of stock bedeutet immer, das aufgebautes Momentum vernichtet wird – auch wenn es nicht direkt meßbar ist, verliert man in diesem Momenten echtes Geld. Schön zu sehen an meinem Keyword Ranking für dieses Produkt auf AMZ. Ab dem Moment wo die ersten Farbvarianten nicht mehr verfügbar waren, ist mein Ranking in den Keller gegangen. Wenn neue Ware im Lager ist, muss ich dieses erst wieder durch einen PPC Push aufbauen.

 

 

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