Offlinehandel stirbt auf Raten – die nächste Immobilienblase platzt

Offlinehandel stirbt auf Raten – die nächste Immobilienblase platzt

  • On 11. März 2013
  • 3 Comments

Die Dynamik zwischen offline und online Handel hat sich zu einem meiner „Lieblingsthemen“ in den letzten Monaten entwickelt. Passend dazu habe ich heute mal wieder zwei spannende Sachen gelesen. Zum einen ein Kurzreview vom Vortrag von Oliver Samwer bei den edays von Tengelmann. Oliver Samwer vertritt die These, das 80% des offline Handels nicht überleben wird. Zum anderen ein wirklich toller Bereicht auf netzwertig, wo es um die Entwicklung des Offlinehandels ansich und der Struktur geht.

Ich versuche mich mal an einer möglichst kompakten Zusammenfassung des Artikels von netzwertig:
eCommerce nimmt dem Offlinehandel immer mehr Umsatz und Erlöse weg, weshalb der Offlinehandel auf Dauer mehr oder weniger obsolet wird. Das führt dazu das weite Teile der Shoppingflächen leer stehen werden. Die Mieten fallen deutlich und eine Umnutzung kann stattfinden. Es siedeln sich wieder mehr Kleinsthändler und Individualisten/Künstler/Handwerker/Manufakturen etc. an – auch dort, was heute noch eine A doer Top-A Lage ist. Kurz- und Mittelfristig eine Herausforderung – langfristig führt dies aber sicherlich zu einer erhöhten Attraktivität in den Umfeldern, die heute von den hinlänglich bekannten Ketten dominiert werden.

Klingt für uns Menschen, die wir mit Fußgängerzonen, Shoppingmalls und ähnlichem groß geworden sind, erstmal seltsam, aber es wird vermutlich wirklich so kommen: Die Einkaufszonen werden sterben. Und wie Oliver Samwer sagt: Die Geschwindigkeit des Transfers von Offline zu Online wird zunehmen – und damit auch der Verfall  der Einkaufszonen.

Wer also Geld vernichten will, sollte sich jetzt noch Anteile in Immobilienfonds für Handelsflächen kaufen.

 

 

3 Comments

Michael Thürke
Ich glaube das so nicht.Warum gehen die Leute z.B.teuer essen(anstatt günstig selber zu kochen),gehen ins Fittnissstudios(anstatt günstig Hanteln alleine zu Hause stemmen)u.s.w.?Weil der Mensch ein soziales Wesen ist.Offline Handel wird immer einen Teil des gesamten Handels ausmachen.Erlebniss,Gerüche,persönliche Beratung,anfassen u.s.w. kann online nicht bieten.Der stationäre Handel hat hohe Miet- und Mitarbeiterkosten,der onlinehändler hat als Pferdefuß die Transportkosten.Kleinstmengen an ware zu versenden,vom Porto bis hin zur Verpackung sind auch kostenträger...Wenn Amazon,hermes u.s.w.mal ordentliche Löhne zahlen würden,wäre der momentane Kostenvorteil von Online auch geringer.Einen großen Teil investiert online z.B.auch in Werbung(bei Zoo plus z.B.15 Prozent vom Umsatz).Stationär fallen Werbekosten in dieser Höhe so nicht an.Gebühren bei Ebay,Amazon u.s.w.sind auch nicht wenig.Es gibt auch viele Onlinehändler die überhaupt kein Geld verdienen...Also mal abwarten.Die alte Welt wird nicht untergehen.natürlich selber online agieren,Lieferservice,Multichannel einführen,günstigere Flächen anmieten,Flächen verkleinern und mit Erlebnissgeschichten aufpeppen und dann geht das schon klar.Beispiele in Deutschland:Talia,Weltbild(onnline,Offline),demnächst Expert.In den USA gibr es da schon wesentlich mehr gute beispiele.
admin
Okay - zu sagen, das die "Einkaufszonen sterben", ist sicherlich eine dramaturgische Überzeichnung. Ich stimme Dir zu, das es immer den echten Treffpunkt "Shopping" geben wird - inklusive aller Dienstleistungen. Vermutlich wird es auch ganz langfristig eine Rückkehr zu solchen Werten geben, nachdem die Virtualisierungen einen Peak erreicht hatte. Allerdings gehe ich schon davon aus, das insbesondere austauschbare Einzelhändler, dazu gehört auch die Mehrzahl der Ketten, ihre physische Presenz deutlich reduzieren werden. Thalia gehört übrigens auch dazu: http://www.abendblatt.de/hamburg/article113148322/Thalia-schliesst-Buchhandlung-in-der-City.html - eine Entwicklung die sich selber schade finde, aber zu der Hypothese passt, da Thalia inzwischen auch kein klares Profil mehr hatte. Ich kann mir allerdings vorstellen, das das auch Vorteile mit sich bringen wird. da es Platz bieten wird für individuelle Unternehmen und Dienstleistungen, die man heute in den meisten Innenstädten größerer Städte nicht mehr findet.
    Michael Thürke
    Okay Thalia-ich wusste nicht das die einige Problemchen haben aber deren Flächen sind auch zu groß und zu teuer.Insgesamt sind Bücher auch sehr gut online zu handeln.Klein,handlich aber trotzdem mit einer guten Marge.Weltbild ist doch aber ein gutes Beispiel.Die sind zwar nicht in den A Lagen aber in den guten B Lagen,gleichzeitig sind die fast in jeder größeren Stadt zu finden.Weltbild handelt offline genau wie online und braucht den Wettbewerb aus dem Netz nicht zu fürchten.Man sagt doch,dass die Amerikaner uns immer 10 Jahre voraus sind.So war es ja beispielsweise auch mit der Kreditkartenzahlung...Wenn die USA uns beim Onlinehandel 10 Jahre voraus sind,dann ist doch alles ziemlich easy.Ich war gerade in den USA und habe mich dort umgesehen."Derzeit beträgt der Anteil des Onlinehandels am Gesamtumsatz von Waren im US-amerikanischen Einzelhandel acht Prozent. Bis 2017 rechnet die Marktforschungsfirma Forrester mit einem Anteil von zehn Prozent am Einzelhandelsumsatz in den USA. Das entspricht 370 Milliarden US-Dollar.In Deutschland beträgt der Anteil des Onlinehandels am Gesamtumsatz im Einzelhandel derzeit sieben Prozent und soll in den kommenden fünf Jahren auf zehn Prozent wachsen".In diesen Zahlen ist doch auch der klassische Versandhandel,Reisen u.s.w.Momentan holt sich der Onlinehandel auch nur dass,was mit Quelle und Neckermann weggebrochen ist.Ich denke das es irgendwann eine Sättigung geben wird.Ähnlich wie bei den Discountern.Es gibt mit Sicherheit "internetaffine"Sortimente wie z.B.Bücher,Musik,Elektronik,Schuhe,Textilien.Teilweise macht es der stationäre Handel dem Onlinehandel auch zu einfach.Nicht vergleichbare Eigenmarken sind ein gutes Mittel gegen den Wettbewerb aus dem Netz.Momentan schaut sich der Kunde den Fernseher bei Mediamarkt an und kauft dann online...Ein teures Schaufenster für den Online-Wettbewerb...Der Einzelhandel wird sich auf seine Stärken besinnen müssen und ist mitten in der Umstellung.Mehrere Onlinehändler eröffnen ja auch stationäre Standorte.Untersuchungen(frag mich jetzt nicht welche...)haben ergeben,dass der Kunde online nur das kauft was er aus dem stationären Handel kennt.Ich kenne momentan auch kein Beispiel wo alleine Online eine Marke geformt hat.Letztendlich bestimmt der Verkäufer im Shop auf was beraten wird.Tendenziell würde ich stationär den Eigenmarkenanteil erhöhen,die VK Preise senken,Multichannel in jedem Store installieren und die Gewerkschaften bei der Onlinekonkurrenz bestärken.(-:Das was mir Online wegnimmt muss ich mir halt mit einem eigenen Onlineshop wiederholen.Im Internet sind momentan auch noch zu viele unterwegs ,die kein Geld verdienen müssen.Es gibt nicht wenige Analysten die von einer"Internetblase"reden.Wir werden sehen.

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