Neue Wege der Monetarisierung – Geldpreise pushen free2play

Neue Wege der Monetarisierung – Geldpreise pushen free2play

  • On 19. Juni 2013
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Aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen mit „casual games mit Geldeinsatz“ bin ich über folgende Nachricht gestolpert. Glu Mobile will in den USA Geldpreise in seine mobilen Spiele einbinden.

Das klingt erstmal nur mittel spektakulär, ist aber ein interessanter Showcase für die Monetarisierung von Spielen und die Akzeptanz von Echtgeldthemen in Casual Games.

Glu ist eines der größeren Entwicklungsstudios für „mobile games“ in den USA. Ich denke, die gibt es seit etwa 2001 und dürfte etwa um die 100 Titel veröffentlicht haben. Glu hat selber diverse Studios (iFone und irgendwas in Beijing) gekauft – Geld verdient hat Glu bisher allerdings nicht. Daran hat auch der Wechsel zu einem Freemium Modell rund um die bestehenden IP´s nichts geholfen.

Nun soll also „spielen mit Geldeinsatz“ in das Spiel „Deerhunter reloaded“ eingebaut werden. Der Hirschjäger ist eines der erfolgreicheren Spiele von Glu und ist in den Top400 aller Apps im US iPhone Store und in den Top 100 im Android Store – bezogen jeweils auf die Installs. Im „Umsatz“ hinkt es etwas hinterher, performt aber auch noch gut. „Deer Hunter“ versteht sich selber als „Skillspiel“, bei dem also Können maßgeblich ausschlaggebend für den Spielausgang ist. Hier soll mittels einer Fremdlösung von Skillz ein Echtgeld-Turnier-Modus eingebunden werden. Genaueres ist noch nicht bekannt, aber ich gehe davon aus, das jeder Spieler der App, an dem Turnier teilnehmen kann und es täglich/wöchentlich/monatlich Geldpreise zu gewinnen gibt. Für die Spieler steigern die Geldpreise wiederum den Anreiz die ingame-items zu erwerben und so die Chance auf einen Erfolg im Turnier zu steigern.

Bei längerem Nachdenken wird dem Spieler recht schnell klar werden, das nur hardcore Gamer eine Chance auf den Sieg und damit auch Gewinn haben. Andere Beispiele der Vergangenheit haben allerdings gezeigt, das dieses Denken nur selten einsetzt. Bigpoint hat zu Startzeiten zum Beispiel wöchentliche „Showdowns“ ausgetragen. In diesen konnten die Spieler ihre (in diesem Fall) Raumschiffe gegeneinander antreten lassen. Der „last man standing“ bekam dann ebenfalls einen Geldpreis. Offiziell hat es meinem Wissen nach nie konkrete Zahlen hierzu gegeben. Ich habe mir aber öfters von Bigpoint internen sagen lassen, das diese Wettkämpfe in den ersten Jahren ein echtes Zugpferd waren – für die Neukundengewinnung, als auch für das Itemselling.

Von daher bin ich sehr gespannt, wie sich die Echtgeldturniere bei Deer Hunter machen werden. Ich persönlich glaube ja vor allem an eine „Ligapass“ Modell, wie man es von zum Beispiel Fifa von EA kennt. Der Ligapass gibt mir Zugang zu speziellen Itempaketen, sichert aber vor allem meine Teilnahme an den Turnieren, für die ich mich ansonsten erst qualifizieren muss. Der gefühlte Gegenwert ist sehr hoch, was eine agressive Bepreisung zulässt. Aber naja – schauen wir mal, was es werden wird.

 

 

 

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