myTrov – Versicherung on demand

myTrov – Versicherung on demand

  • On 17. Mai 2016
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Im Nachgang zu meinem Beitrag über Oscar Health Insurance, habe ich einiges an Feedback bekommen. Unter anderem bin ich auch ein paar andere spannende Insurtechs hingewiesen worden. Zwei davon finde ich auch spannend, nämlich Trov und Bima Mobile. Mit Trov möchte ich mich an dieser Stelle auseinander setzen. Bima wird später beleuchtet.

Trov wurde 2012 gegründet und sitzt in Kalifornien. In der Vergangenheit hat sich Trov damit auseinander gesetzt, eine Art „mobile Assetverwaltung“ zu entwickeln. Anwender konnten Gegenstände inventarisieren und die Wertentwicklung nachvollziehen. Der Ansatz bezieht sich weniger auf übliche Konsumgüter, die einem Preisverfall unterliegen, sondern zielt auf Sammlerstücke ab, bei denen eine Wertzunahme angenommen werden kann. Die Inventarisierung soll dann auch dem Austausch mit der Versicherung dienen, damit die Sammlerstücke sinnvoll versichert werden können und im Schadenfall eine Dokumentation vorhanden ist.

Ab 2015 kommuniziert Trov darüber, das eine „on demand“ Versicherung angeboten werden soll. Diese scheint nun kurz vor dem Launch zu sein und wird in diesem Video auf recht launige Art beschrieben.

Zusammen mit der Sun-Corp Versicherung wird zunächst in Australien ein Produkt vertrieben, bei dem der Kunde wie im Video erläutert über eine mobile App Gegenstände aus seinem Inventar für kurze Zeiträume (1/2 Tag, 1/1 Tag etc) versichern kann. Die Versicherungsprämie soll dabei natürlich absolut gesehen gering sein – so suggeriert es zumindest das Video. Nach Australien soll das Produkt in UK und den USA angeboten werden – more to follow. Im Schadenfall wird mittels App mit Trov kommuniziert. Das Hinzufügen von Gegenständen zum versicherbaren Inventar scheint auch einfach von Statten zu gehen – wohl basierend auf dem initialen Ansatz von Trov.

Ein sehr spannender Ansatz und ich kann mir sehr gut vorstellen, das solche Leistungen gut angenommen werden können. Die App als Schnittstelle bedient alle „mobile zentrierten“ Anwender und ist effizient. Gegenstände kurzzeitig zu versichern ist ein Nutzungsfall, der sicherlich immer wieder entsteht. Skeptisch bin ich hinsichtlich der meiner Meinung nach bestehenden „Betrugsmöglichkeiten“. Trov möchte im Schadenfall auch via App kommunizieren. Ich vermute, das es als Einladung mißverstanden werden könnte, Gegenstände zu inventarisieren und dann einen Schaden zu melden, wo dies nicht der Fall ist (der Schaden schlicht nicht besteht, schon vorher gegeben war etc.). Der Schadenbearbeitungsprozess kann dadurch schnell aufwändiger werden als vielleicht angenommen. Ferner werden Gegenstände vermutlich eher dann versichert, wenn ein Verlustrisiko besteht. Hieraus wird statistisch auch eine höhere Schadenquote resultieren, was sich wiederum in höheren Prämien auswirken wird. Gleichzeitig benötigt Trov eine kritische Masse an Kunden, um über die Microbeträge die Schadenrisiken ausreichend abdecken zu können. In beide Richtungen eine Art Wette, bei der sich erst zeigen muss, ob diese auch aufgeht.

Dennoch: Eine wirklich spannende Idee, die ein disruptives Potential in sich trägt. Das sehen scheinbar auch etliche Investoren so und haben bislang über 46 Millionen Dollar in fünf Runden in Trov investiert. Es ist nicht komplet transparent, welcher Betrag hierbei für den Versicherung on demand Ansatz gedacht war und welcher für andere Technologien. In jedem Fall ein beeindruckendes Backing. Trotz des in Europa entstehenden Momemtums im Fintech/Insuretechsegment, dürfte es schwierig sein, hier ähnliche Beträge einzuwerben.

 

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