Italien – eCommerce Markt der Zukunft?

Italien – eCommerce Markt der Zukunft?

  • On 19. Oktober 2012
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Zu Italien hat ja eigentlich jeder eine Meinung – die meisten eine gute. Gutes Wetter, schöne Menschen, leckeres Essen – alles prima. Das macht politische Instabilität, Währungskrise und die Mafia doch fast schon wieder vergessen.
Vergessen ist ein gutes Stichwort, wenn man sich das Einkaufsverhalten der Italiener ansieht. Laut OECD ist Italien in vielen Aspekten die das Internet betreffen im letzten Drittel in Europa. So nutzen nur 48% aller Italiener zwischen 16 – 75 Jahren zu Hause das Internet (Deutschland = 77%). Nur 20,4% haben einen Breitbandanschluss (Deutschland = 30,5%=, der ja eigentlich Voraussetzung für eine zeitgemäße Nutzung ist. Noch mehr geht die Schere auf, wenn man sich das Einkaufsverhalten ansieht. Nur 10% der Italiener kaufen im Internet ein (Deutschland = 54%). Mit ein Grund hierfür kann der bisherige Mangel an attraktiven Zahlmethoden in Italien gewesen sein. Kreditkarten sind weniger weit verbreitet, Lastschriften deutlich teurer als in vielen anderen Ländern in Europa.

Da Italien im Bezug auf anderen „Lifestyleindikatoren“ nicht solch große Abweichungen aufweist, gehe ich davon aus, das Italien diese Entwicklung aufholen wird. Die Internetnuzung im privaten Bereich wird zunehmen und die Verbreitung von High-Speed-Anschlüssen ebenso. In Verbindung mit neuen Zahlungsarten, bzw. der stärkeren Verbreitung von alternativen wie Paypal etc. wird auch der eCommerce aufholen.

Also ist vielleicht jetzt der richtige Zeitpunkt um den italienischen Markt aufzurollen und sich ein Stück vom demographisch zunehmenden Kuchen zu sichern. Im Auge haben muss man dabei aber auf jeden Fall die mobile Verwertung. Denn Italien hat 146,1 Handys je 100 Einwohner (Deutschland = 132). Ein Grund hierfür mag sein, das die „Jugend“ meist deutlich länger zu Hause wohnt als zum Beispiel in Deutschland. Da die Verbreitung von Smartphones und die damit verbundene Breitbandnutzung darüber in den kommenden Jahren stark zunehmen werden, sollten also in jedem Fall auch mobile Angebote bereitgestellt werden.

 

 

3 Comments

Dirk
Hallo Ivo, erst mal Danke für diese Einschätzung. Ich war auf der suche nach dem "local hero" Zahlmittel für Italien, gibt es das im Bereich E-Commerce, und gibt es etwas zusätzlich zu PayPal?
    admin
    Ich hatte versucht dazu noch ein wenig Input zu bekommen - leider nicht sehr einfach, was auch damit zu tun hat, das non-cash payment in Italien echt haarig ist. In einem Projekt, bei dem ich mitgewirkt habe, hatten wir in Italien Erfolg mit den Zahlungsarten Kreditkarte und Lastschrift. Beides sollte man allerdings sehr gut verhandeln, da die Banken dort echte Mondpreise nehmen. Ich erinnere mich, das für eine eingereichte Lastschrift zu Beginn über 1 Euro fällig wurden. Da kann man nur versuchen Volumen aufzubauen und dann die Banken gegenseitig runter zu handeln. Preise von etwa 25 - 30 Cent je Transaktion sollten aber eigentlich machbar sein. Daneben würde ich dann auch versuchen möglichst viele der "alternativen" Zahlungsarten einzubinden; also Paypal, Paysafecard, irgendwas im Mobilebereich. In Abhängigkeit von den Preisen die Du abrechnen willst vielleicht auch noch ein pay-per-action Programm. Hoffe das hilft...
      dc
      vielen Dank! Eine gute Option scheint postepay zu sein, eine Debitkarte. Lastschrift schaue ich mir mal an.

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