Games und Gambling – gemeinsame Grundzüge und Erfolgsmodelle

Games und Gambling – gemeinsame Grundzüge und Erfolgsmodelle

  • On 5. Dezember 2013
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In den letzten 10 Jahren habe ich beruflich sowohl Glücksspielprodukte, als auch reine Spiele auf kaufmännischer Seite betreut. Dabei habe ich gelernt, das es außerhalb der eigenen Industrie zahlreiche Vorurteile gibt, mit denen man sich konfrontiert sehen kann.

Computerspiele haben oft den Ruf vor allem Kinder und Jugendliche süchtig zu machen und stellen für einige Mitmenschen den Einstieg in ein chancenloses Leben am sozialen Rand der Gesellschaft dar. Glücksspiel leidet neben der Suchtgefahr vor allem darunter, das ihm in der öffentlichen Wahrnehmung ein Geschmack des illegalen und destruktiven anhaftet.

Ich will an dieser Stelle nicht diskutieren, was davon nun zutrifft, oder auch nicht. Erstaunlich finde ich, das es auch zwischen der Spiele und der Glücksspielindustrie etliche Vorbehalten gibt. Dadurch übersehen dann viele Teilnehmer dieser Industrien, das es etliche Parallelen gibt, die ein gegenseitiges Lernen ermöglichen. Im Folgenden gehe ich kurz darauf ein, was ich damit meine:

Glücksspielprodukte leben davon, das Nutzer das Produkt kaufen und etwas gewinnen wollen. Eigentlich alle legalen Glücksspielprodukte fungieren auch als Staatseinnahme und finanzieren zum Teil recht umfängliche Bereiche des öffentlichen Lebens. War es vor 50 – 60 Jahren vielleicht noch ausreichend, eine Gewinnchance kommunizieren zu können, sind Kunden heute anspruchsvoller geworden. Neben dem reinen Gewinn, steht der Aspekt der Unterhaltung immer mehr im Fokus. Hierbei kann man sogar, desto weniger Geld in einem Event gewonnen werden kann, desto wichtiger ist eben die Unterhaltung. Beispiel Lotto: Sehr laaangweilig vom Podukt ansich – die Ausscht einen lebensverändernden Geldbetrag zu gewinnen, erzeugt hier die Spannung. Beispiel einarmiger Bandit: In 99.9% aller Fälle nur geringe Gewinne. Unterhaltung und Zeitvertreib erzuegen hier einen Großteil der Spannung und Motivation. Im Bezug auf die Höhe der Ausgaben je Konsument sind aber oft die unterhaltsamen Produkte diejenigen, die höhere Summen realisieren können. Andere Aspekte, wie „Gemeinnützigkeit“ können ebenfalls eine Rolle spielen.

Computerspiele haben bis vor kurzem davon gelebt, das möglichst viele Menschen das Produkt gekauft und zu Hause genutzt haben. Ausschlaggebend für den Erfolg war in der Theorie der Bedarf im Markt und die Qualität des Spiels an sich. Wie bei den Glücksspielen auch, kann Marketing die Karten neu mischen. Zu dieser Zeit hatte die Spieleindustrie vor allem zu verstehen, was der Kunde spielen möchte und wie ein solches Spiel idealer Weise aussieht. Das Internet hat den Vertriebsweg verändert und es gibt eine immer größere Zahl an sogenannten free2play Spielen. Bei free2play erhöht sich die Komplexität, da der Kunde das Spiel kennen und mögen muss und nun auch noch bereit sein muss, im Spiel Geld auszugeben – aus Sicht des Anbieters idealer Weise immer wieder.

Und damit schließt sich dann auch der Kreis: Computerspiele entwickeln sich von der einmaligen Kaufentscheidung hin zu einer immer wiederkehrenden Entscheidung. Nur wer es schafft, den Konsumenten immer und immer wieder von seinem Produkt zu überzeugen, kann wirtschaftlich nachhaltig erfolgreich sein. Dies ist für die Spieleindustrie noch ein relativ neuer Vorgang. Es gibt inzwischne zwar zahlreiche erfolgreiche Anbieter – dennoch zeigt das Beispiel der etablierten Anbieter auch, das der Wechsel nicht allen liegt. Meiner Einschätzung nach kann ein Spieleanbieter nur davon porfitieren sich die „Gamedesign“ Prinzipien erfolgreicher Glücksspiele genauer anzusehen und diese auf seine Produktwelt zu transferieren. Häufige Kritierien für solche erfolgreichen Produkte sind:

– Möglichst geringe Eintrittshürde
– Hohe Attraktivität in Punkto „Erstanmutung“ und eventuellem Packaging – bezieht sich bei Onlineprodukten vor allem auch auf Werbemittel, Webshopgestaltung etc.
–  Perfekte Usability
– Geringe Anfangszahlungen möglich
– Einfacher und nachhaltiger Core Gameloop – also das Hauptelement des Spiels das einfach verstanden werden muss, sich immer wieder erneuert und dauerhafte Motivation auslösen kann
– Zahlreiche „Experten“ und „Spezial“-Funktionen, die das Spiel auch bei längerer Nutzung für den Spieler attraktiv halten

Vielleicht stellt sich der eine oder andere die Frage, ob das nun Games oder Gambling Prinzipien sind? Nun – letztlich gelten diese inzwischen für beide Welten. Der Ursprung liegt wohl im Gambling. Im Gegenzug kann die Gamblingwelt sehr viel in Punkto „Gamification“ von der Spieleseite lernen. Mit ziemlicher Sicherheit würden Gamblinganbieter profitieren, wenn sie in Ihre Produkte die Gamificationmechaniken erfolgreicher Spiele übernehmen würden und sich hier inspierieren ließen.

 

 

 

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