Fintechs in Deutschland – wird das noch was?

Fintechs in Deutschland – wird das noch was?

  • On 5. Juli 2016
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Vor einiger Zeit hatte ich schon mal gemeckert, das Fintechs in Deutschland meiner Ansicht nach wenig innovativ sind. Eine bewusst kontroverse Aussage, die nicht bedeutet, das ich keinen Respekt vor diesen Unternehme(r)n hätte. Ganz im Gegenteil – aber dennoch: allgemein erwartet man sich von den Fintechs wohl, das echte Neuerungen entstehen, die in der Lage sind die tradierte Banken- und Versicherungswelt durcheinander zu wirbeln – zumindest in den letzten Jahren kann ich da keine entdecken.

Wirklich freigeschwommen hat sich wohl die Wirecard Bank, die als Übernahmeziel von chinesischen Investoren (Alipay?) gehandelt wird und viele Fintechs in Deutschland im Hintergrund mit dem nötigen Setup an Banklizenz und Co versorgt (Paradebeispiel Number26). Bei den meisten Fintechs steht dieser Sprung noch aus, wobei in vielen Bereichen sich Rudelführer zu etablieren scheinen; beispielsweise Knip im e-Makler Bereich, oder eben Number26 im Segment der neuen Bankanbieter. Bis auf reine Vermittlerplattformen scheint Profitabilität, ob bestehend oder greifbar, eher die Ausnahme zu sein.

Dennoch wird der junge Fintech Bereich in Deutscdeutsche-bank-app100~_pd-1461076911369_v-z-a-par-a-small-lhland aus zwei Richtungen weiter in die Zange genommen:

Zum einen vom Regulator, hier vertreten durch die Bafin. Erst vor kurzem hat die Bafin neue Regelungen zum Videoident angestoßen. Das Videoident ist bei der Mehrzahl der Fintech Anwendungen ein zentraler Bestandteil um sonst langwierige und vor allem auch Conversionskillende Prozesse zu ersetzen – beispiels Post-Ident. Sollte sich das so durchsetzen, würde es für wohl alle Nutzer des Videoident schwieriger werden, den Kunden wirklich zu aktivieren, was in der Regel eine Verteuerung der Kundengewinnung mit sich bringt (cost per lead u.ä. KPI).

Zum anderen vom klassischen Anbieterumfeld. Neben den ohnehin bereits recht agilen Direktbanken wie z.B. Comdirect und IngDiba drängen nun auch die ersten Großbanken mit neuen Lösungen in die App Stores. So hat die Deutsche Bank vor wenigen Wochen Ihre neue Smartphone App gelauncht, die auf Anhieb gut mit einer Number26 mithalten kann. Der Vorteil liegt natürlich im Roll-Out und so konnten wohl binnen weniger Wochen gut 50.000 Installs verzeichnet werden. Number26 dürfte nach mehreren Jahren Aktivität in dem Umfeld noch nicht so weit sein.

Eine gute mobile App der Deutschen Bank bedeutet natürlich nicht, das es für Fintechs unmöglich wird, sich relevante Teile vom Markt zu sichern. Man merkt allerdings schon, das sich die bestehenden Spieler nicht so einfach disrupten lassen, wie das vielleicht manch einer gedacht hat. Dem allgemeinem Vernehmen nach, arbeiten auch zahlreiche andere Großbanken und Versicherungen an ähnlichen Konzepten und der USP „coole App“ alleine wird bald nicht mehr reichen, um Kunden für sich zu gewinnen.

 

 

 

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