Fehlerkultur und Teamwork – dann klappt es auch mit dem digitalen Geschäftsmodell

Fehlerkultur und Teamwork – dann klappt es auch mit dem digitalen Geschäftsmodell

  • On 31. Mai 2016
  • 1 Comments

2433840127_1dd54752d7_zWie schon an anderer Stelle besprochen, besteht wohl für jedes Unternehmen der Zwang, sich mit der Digitalisierung auseinander zu setzen. Und wenn ich Digitalisierung sage, dann meine ich nicht nur die Computerisierung einzelner Arbeits- und Prozessschritte, sondern die Anpassung der bestehenden Geschäftsmodelle auf die kommenden Realitäten.

Viele Unternehmen haben erst mal verstehen wollen, ob sich „dieses Internet“ denn überhaupt dauerhaft durchsetzt. Wobei Digitalisierung natürlich nicht nur Internet ist, oft aber der besonders sichtbare Teil davon. In den letzten Jahren baut sich ein immer größeres Momentum auf, das den Wandel von „brick and mortar“ Unternehmen zu digitalen Anbietern repräsentiert. Was genau dafür getan werden muss, ist so vielfältig wie die Produkte und Leistungen der Unternehmen an sich.

Unabhängig von dem Produkt- und Leistungsaspekt gilt aber für alle Unternehmen, das bestimmte Eigenschaften und Arbeitsweisen besonders hilfreich bei der erfolgreichen Umsetzung einer Digitalstrategie sind. Wie ich bereits schon mal ausgeführt habe, ist das zunächst, das Digitalisierung „Chefsache“ ist. Es reicht nicht, Digitalisierung als „Projekt“ oder „Aufgabe“ intern zu deligieren und zu erwarten, das damit dem Thema ausreichend Rechnung getragen sei. Digitalisierung verändert alles und wird starken Einfluss auf bestehende Geschäftsmodelle und Abläufe haben. Deshalb gehört die Begleitung dieser Transition zu den wichtigsten Aufgaben eines jeden Unternehmens.

Es gibt aber noch mehr, das sich in Gesprächen immer wieder als relevant erweist. Das sind „Fehlerkultur“ und „Teamwork“.

Über Fehlerkultur wird allgemein ja sehr viel geschrieben und das ist auch bitter nötig. Denn immer noch fällt es mehrheitlich schwer, mit Fehlern offen und konstruktiv umzugehen. Das ist umso bedenklicher, als doch jeder der aktiv ist, auch regelmäßig Fehler begeht. Dem Begriff „Fehler“ haftet zu Unrecht ein negatives Stigma an – denn letztlich ist er zunächst einmal das Ergebnis von Arbeit. Nur wer nicht arbeitet, macht keine Fehler. Der offene und konstruktive Umgang mit Fehlern ist besonders in der Situation eines dramatischen Wandels notwendig – und genau das passiert bei der Digitalisierung: ein dramatischer Wandel. Fehlerkultur bezieht sich hier zunächst einmal auf eine Rückschau, was vielleicht nicht gut war in der Vergangenheit. Dann natürlich auch auf den Umgang mit Fehlern im Rahmen des Changeprojektes an sich. Wenn Fehler passieren, was mit Sicherheit der Fall sein wird, sollten diese analysiert werden und Erkenntnisse hieraus gewonnen werden. So lassen sich diese Punkte in Zukunft verbessern und optimieren.

Teamwork ist ebenfalls ein arg strapaziertes Schlagwort. Kaum jemand wird sagen, er wäre nicht teamfähig oder lieber alleine arbeiten. Darum geht es hier aber weniger, sondern um die Einsicht, das Digitalisierung immer ein Unternehmen im Ganzen betrifft. Vielleicht nicht zu jeder Zeit alle Mitarbeiter, aber vermutlich kaum jemand, wird keinen direkten Kontakt mit den Resultaten hieraus haben – von den indirekten Resultaten (Erfolg oder Mißerfolg), sind am Ende aber mit Sicherheit alle betroffen. Es ist wichtig, das Digitalisierung nicht als reines IT Projekt verstanden wird, das dort geparkt werden kann. Alle Bereiche müssen sich in den Umbau einbringen; Informationen gemeinschaftlich im Unternehmen geteilt und aufbereitet werden.

Wie kann also Digitalisierung idealer Weise aussehen? Wie kann ein Projekt aus diesem Bereich aufbereitet werden? Hier ein paar Gedankenpunkte, die sich in Digitalprojekten bislang als hilfreich und erfolgskritisch erwiesen haben:

  • Projektumfang definieren: Was wollen wir erreichen? Wie sieht die Digitalstrategie unseres Unternehmens aus?
  • Reflektion: Wie weit reicht unsere Strategie? Welche Halbwertzeit hat diese?
  • Rückschau: Was sind unsere Stärken/Schwächen? Was haben wir in der Vergangenheit gut/schlecht gemacht? Was davon soll in eine digitale Welt übertragen werden, was sollte sich verändern?
  • Aussprache: Planungen/Ideen/Erkenntnisse/Strategien intern teilen. Mit allen Führungskräften/Stakeholdern/Mitarbeitern? Je nachdem, was kommunikativ als passend betrachtet wird.
  • Finale Strategie definieren, die sich dabei auf verschiedenen Achsen bewegt:
    • Was ändert sich mit Blick auf den Kunden?
    • Was ändert sich mit Blick auf interne Bereiche/Abteilungen?
    • Was ändert sich an den Prozessen und der Zusammenarbeit im Unternehmen?
  • Umsetzungsplan: Was wollen wir bis wann erreichen? Wie viel Zeit haben wir noch? Wie schaffen wir das?
  • Projektexekution: as usual?

Diese Ansätze sind natürlich sehr allgemein gehalten, ohne besondere Reflektion von Unternehmensgröße, Geschäftszweck etc. Das eigentliche Vorgehen wird so individuell sein, wie alle übrigen Themen in Unternehmen auch.

 

1 Comments

René Dörpinghaus
Gefällt mir :-) Ergänzung: Herausforderung - Vielen Chefs fehlt die ausreichende strategische Kompetenz in Sachen Digitalisierung!

Kommentar verfassen