Facebook: Zahl der Käufer virtueller Güter fast verdoppelt – dennoch Fragezeichen für die Zukunft?

Facebook: Zahl der Käufer virtueller Güter fast verdoppelt – dennoch Fragezeichen für die Zukunft?

  • On 6. Februar 2013
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In den letzten Tagen gab es eine Menge Nachrichten rund um Facebook, Social Gaming und Zynga. Facebook ein Dokument veröffentlicht, aus dem hervorgeht, das die Zahl der Käufer virtueller Güter in 2012 bei 27 Millionen lag. 2011 waren es noch 15 Millionen. Das ist eine Zunahme von 80%. In Summe hat Facebook 810 Millionen $ Umsatz mit virtuellen Gütern in 2012 gemacht. Das sind 45% mehr als im Vorjahr (2011 = 557 Millionen $), wobei alleine in Q4/2012 256 Millionen $ realisiert wurden. Im Bezug auf die geographische Verteilung hält Nordamerika circa 58%, Europa circa. 26%, Asien 11% und den Rest der Rest der Welt.  Apps außerhalb der „Gamingwelt“ in Facebook, haben einen nicht relevanten Beitrag erwirtschaftet, der wohl bei 5 Millionen $ auf das gesamte Jahr 2012 lag (deutlich weniger als 1%).

Diese Zahlen zeigen zunächst einmal sehr deutlich, das der Wachstumstrend bei Facebook allen Unkenrufen zum Trotz sich ungebrochen fortgesetzt hat. In Q4/2012 wurden fast 50% des Vorjahresumsatzes realisiert. Das zeigt deutlich, das der Peakpunkt für den Umsatz noch weit entfernt sein dürfte. Das Wachstum selber fand allerdings sehr unhomogen statt. So waren die Quartale 1 – 3/2012 durch eine Seitwärtsbewegung gekennzeichnet (186/192/176 Millionen $), während es in Q4 dann den Sprung auf 256 Millionen $ gab. Im Vorjahr war der Umsatz noch von Quartal zu Quartal gewachsen.

Gründe hierfür könnten temporär fehlende, attraktive Spiele sein, als auch Umstellungen an der Kommunikationspolicy von Facebook, also wann und wie Feeds von Facebook in den Newsstream eines Nutzers eingespielt werden. Die „dunkle“ Jahreszeit spielt sicherlich auch eine Rolle, da in den beiden größten Märkten für Facebook Winterzeit ist und dann klassischer Weise die Nutzung von Computerspielen zunimmt. Last but not least würde ich vermuten, das eine Veränderung in der Charakterisitik der Spieler auf Facebook im Gang ist.

Die Spieler der Vergangenheit bezeichne ich hier der Einfachheit halber mals „early adopter“ innerhalb von Facebook. Obwohl die schiere Menge riesig ist, so ist dennoch die Zahl der zahlenden Gamer relativ klein gewesen. Ende 2011 lag die Nuterzahl bei circa 750 Mio., wovon 15 Mio. zahlende Gamer waren. Ein Anteil von 2%. Ende 2012 lag die Nuterzahl bei circa 950 Mio., hiervon nun 27 Mio. zahlende Gamer, was 2,84% entspricht und eine Steigerung der Conversion um 42% entspricht. Wer sich mit Conversionrates auskennt weiß, das das enorm viel ist. Das spricht zum einen dafür, das es „normaler“ wird, für Spiele auf Facebook Geld zu zahlen und dieses Vorgehen etablierter wird. Zum anderen sind diese neuen „zahlenden Gamer“ aber noch skeptischer und geben generell weniger Geld aus.

Das zeigt sich konkret in der Kennziffer „pro Kopf Umsatzpro Jahr je zahlendem Gamer“ (avg annual ARPPU). Dieser lag 2011 bei 37,13$ und 2012 „nur noch“ bei 29,81$. Extrapoliert man allerdings den Q4 Umsatz auf 1 Jahr, landet man wieder bei einem Wert von gut 37$. Allerdings muss hierbei bedacht werden, das die Ausgaben pro Kopf in der Winterzeit generell höher sein werden.

In Summe kann man also festhalten: Ein höherer Anteil an Facebook Nutzern gibt Geld für Spiele auf Facebook aus – dafür aber etwas weniger als vorher. Wobei der positive Aspekt überwiegt und zu einer generellen Zunahme der Umsätze und Erlöse führt. Dies dürfte auch im kommenden Jahr zu einer deutlichen Zunahme führen. Ich würde erst dann von einer Stagnation der Umsätze aus dem Gamingumfeld rechnen, wenn die Märkte Nordamerika und Europa gesättigt sind.

Als riesiges Potential sehe ich allerdings die Erlöse außerhalb des Gamings an. Wie angegeben sind unter 1% der Umsätze in anderen Bereichen der virtuellen Güter getätigt worden. Das finde ich erstaunlich, da es doch zahlreiche Feature gibt, die soziale Netzwerke nutzen und im restlichen Internet über Zahlungen/Abomodelle funktionieren. Da denke ich konkret an Karrierenetzwerke, Jobbörsen, Partnerbörsen etc. Hier scheint es noch keine funktionierenden Modelle auf Facebook zu geben. Ich erwarte daher für 2013 das sich in diesem Umfeld etwas tut und neue Angebote gelauncht werden.

 

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