Es hat sich ausge“knip“st

Es hat sich ausge“knip“st

  • On 5. Juli 2017
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Screenshot_20170704-151754Es ist nicht lange her, das Knip sich selber als Vorzeigeunternehmen im Fintech Bereich produziert hat. Das Geschäftsmodell ist, das sich Anwender die Knip App auf einem mobile Device installieren und ihre Versicherungspolicen „digitalisieren“. Es bleibt jedoch nicht nur bei der Digitalisierung, sondern Knip sichert sich auch das Maklermandat und verdrängt damit den bestehenden Makler. Zunächst schien es auch recht zügig losgegangen zu sein – zumindest bekam Knip Ende 2015 eine Finanzierung von knapp 14 Mio Euro – das ist ja schon mal was.

Ich habe mich seinerzeit schon reichlich dazu ausgelassen und bin weiterhin der Meinung, das das ein parasitäres Geschäftsmodell ist. Versicherungsmakler ansich sind natürlich nicht schützenswürdig – der Verbraucher sollte aber schon klar informiert sein, wenn sich an dieser Beziehung etwas ändert, denn diese kann wichtig für ihn sein. Im Regelfall bemerkt der Versicherte das aber nicht mal richtig und wundert sich, wenn sich plötzlich Ansprechpartner ändern. Und am Rande bemerkt: Natürlich finden Versicherungen mit ihren Vertrieben diesen recht plumpen Eingriff auch nicht unbedingt toll und versuchen dagegen zu halten.

Als Resultat scheint es an allen Ecken zu knirschen. Kunden sind mit der App nicht happy (2,8 Sterne im Google Playstore), die Versicherungen leisten nur den Mindestbeitrag bei der Digitalisierung der Verträge, Makler kämpfen um Kunden die dann genervt sind von Anrufen und Co. On top schien es intern auch gekriselt zu haben: zumindest haben mir Headhunter erzählt, das es wohl Probleme mit der Fluktuation und der Motivation gäbe. Als Resultat hat sich nun einiges geändert. Knip wird übernommen von Komparu und geht in der Digital Insurance Group auf. Damit ist die Richtung auch neu definiert. Komparu macht in Vergleiche und bietet diese als SaaS an. Knip wird dann wohl auch eher gegen ein „Check24“ und andere Vergleichsplattformen positioniert werden und der digitale Versicherungsordner auf den Longtail angewendet werden, denn als Kundengewinnungsinstrument – oder vielleicht auch komplett verschwinden.

Um das alte Knip Modell wäre es jedenfalls nicht wirklich schade. Und damit meine ich nicht, das sich nichts in der Versicherungsbranche tun könnte – ganz im Gegenteil: nur sollten neue Geschäftsmodelle wirklich den Kundenwert fokussieren und nicht einfach versuchen den Vertrieb zu unterwandern und weiterhin Vertriebsprovisionen abzugreifen.

 

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