Der Gegentrend zum megatrend – was passiert wenn (fast) alle online sind

Der Gegentrend zum megatrend – was passiert wenn (fast) alle online sind

  • On 10. August 2013
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Es wird sicherlich noch ein paar Jahrzehnte dauern, aber irgendwann wird die absolute Mehrheit der Menschen online sein. Damit meine ich nicht 75,1%, sondern eher 98,x+% aller Menschen. Das wird vermutlich zunächst in den Ländern stattfinden, die bereits heute eine hohe Durchdringung im Onlinbereich haben, wie zum Beispiel Nordamerika, eher aber noch Skandinavien oder UK. Stand heute nutzen weltweit „nur“ gut 2,5 Millarden Menschen das Internet; in Schweden liegt die Durchdringungsrate zum Beispiel schon bei mehr als beachtlichen 92%!

Nachdem die Mehrzahl der Menschen vernetzt sind, wird das „Internet der Dinge“ dafür sorgen, das wir vollständig verbunden sind. Mit uns, unseren Familien und Bekannten, Freunden und ollegen, entfernten Bekannten, Nachbarn, unserem gesammten Umfeld, den Behörden, dem Staat, unserem „Fernseher“ (den es dann so sicherlich auch nicht mehr gibt), unserem Smartphone, Computer, Scannern und Helfern, Haushaltsgeräten, Wohnungen und eigentlich allem. Heute ist es noch erstrebenswert und mutet immer wieder wie eine besondere Errungenschaft an, wenn es möglich ist scheinbar „dummen“ Gebrauchsgegenständen Intelligenz einzuhauchen. Mich faszinieren zum Beispiel die Entwicklungen im Gesundheitsbereich, die Bodyscanner und intelligenten Waagen und was es alles gibt – aber unter all diesem Grundrauschen und diesen Verbindungen entsteht in mir immer öfter der Wunsch, auch mal wirklich „Ruhe“ zu haben. Damit meine keinen schallfreien Raum oder was man sich sonst mal in einer extremsituation wünschen mag. Ich denke eher daran, mal automatisch nicht vernetzt und nicht verfügbar zu sein. Einen Ort zu haben, an dem ich mir sicher sein kann, das auch sonst niemand vernetzt oder online ist.

Ich denke damit bin ich nicht alleine. Noch gibt es ausreichend Möglichkeiten sich zurück zu ziehen und einen Ort dieser Stille zu suchen oder zu bauen. In der Zukunft wird das aber schwieriger werden und insbesondere für die technisch weniger versierten unter uns, wird es vermutlich schlicht nicht möglich sein, sich „offline“ zu setzen. Deshalb denke ich, das es ein Geschäftsmodell in Zukunft geben wird, das Menschen bewusst „offline“ sind in einem garantiert verindungsfreien Umfeld. Vielleicht auch in einer Art Kaffee, das dann voll mit analogen und haptischen Gegenständen sein wird – womöglich sogar Bücher aus Antiquariaten.

Klingt jetzt irgendwie nach Science Fiction – scheint mir aber einfach nur als logische Konsequenz fast unausweichlich.

 

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