Das erste mal

Das erste mal

  • On 27. Januar 2017
  • 2 Comments

Nach meinem Posting zu meinem „neuen Vorhaben“ haben sich etliche gefragt, was ich da wohl so treibe. Inzwischen ist die Katze aus dem Sack: Ich baue eigene Produkte, bzw. „veredele“ bestehende Produkte und verkaufe diese dann digital. In der Regel über Marktplätze wie Amazon. Das Ganze quasi neben meiner eigentlichen Beratungs- und Interimstätigkeit.

Bildschirmfoto 2017-01-26 um 17.05.12

Das erste Produkt – der „fun pro“ Kickboard Roller

Nachdem sich der Transport vom Hafen zum Lager durch die Feiertage im Dezember und eine Zollkontrolle deutlich verzögert hat, ist mein erstes Produkt nun endlich im Lager und wird verkauft.

Es handelt sich um einen sogenannten Kickboard Roller für Kinder von 3 bis etwa 9 Jahren. Kickboard Roller werden mittels Körpergewicht auf der Standplatte gesteuert und sind weniger unfallträchtig als normale Roller, bei denen Kinder gerne mal die Lenkung verreißen und dann auf der Nase landen. „fun pro“ ist dabei meine Marke (also tatsächlich meine :-) und hebt sich von Wettbewerbsprodukten durch eine wirklich hohe Produktqualität und LED Räder ab (mehr dazu am besten auf dem Amazonangebot –> einfach aufs Bild klicken).

Ich denke schon, das ich ein paar spannende Dinge in etwa 20 Arbeitsjahren erlebt habe; erst Recht in der Digitalbranche seit 2000. Dennoch hat es sich sehr besonders angefühlt, das erste „eigene“ Produkt in der Hand zu halten (prompt ist mir ein Fehler in der Anleitung aufgefallen, den ich in etwa 100 Korrekturschleifen davor nicht gesehen hatte :-), bzw. dann online zu sehen, wenn es verkauft werden soll.

Das erste mal, wenn dann wirklich ein echter Kunde das eigene Produkt auch bestellt und am Ende gut bewertet hat, ist dabei die absolute Krönung gewesen. Selten hat sich etwas absolut gesehen, finanziell so kleines, so toll und bedeutsam angefühlt.

Aber genug der Gefühlsduselei. Es soll noch kurz um „das erste mal“ an sich gehen. Mitte Januar war meine Ware also endlich im Amazon Lager angekommen und eingebucht. Parallel waren ein paar Muster bei einer Fotografin, die die Produkt-Shots gemacht hat. Erst mit Foto kann man verkaufen. Am 17. Januar habe ich das Angebot dann scharf geschaltet. Was passierte? Genau: gar nichts. Amazon funktioniert nur über Ranking und gekaufte Werbung. Um die „fun pro“ Roller über Werbung zu pushen fehlte mir Erfahrung und Geld und Produktrezensionen. Also musste ich mich ans Ranking machen. Das kann man durch die Qualität der Produktinseration beeinflussen. Am Ende bedarf es aber vor allem „Velocity“ – also Transaktionen.

Hier benötigt man also einen Weg, wie man zu Beginn Transaktionen generieren kann. Das ist ein recht sensibles Thema, aber ich habe einen Weg gefunden, Sales zu produzieren ohne gegen die Amazon T&C zu verstoßen – nicht einfach. Aus den Sales resultieren mit etwa 7 – 10 Tagen Verzug dann teilweise Bewertungen, die für das Konsumentenvertrauen extrem wichtig sind (Trust). Gerade so lange man unter 20 Rezensionen ist, hilft quasi jede Bewertung – so lange sie gut ist. Aus der Kombination von Velocity und Trust resultiert das Ranking. Ziel muss eigentlich immer sein, mindestens auf Seite 1 (Top10) zu landen – besser in den Top3. Alles darunter ist mehr oder weniger irrelevant. Bei den für mich wichtigen Keywords bin ich jetzt bei etwa 80% der Begriffe in den Top10; teilweise auch auf Platz 1. Das soll sich noch weiter verbessern, denn eine Optimierung im Ranking merkt man recht unmittelbar auch im Anbsatz. Etwa fünf Tage nach dem Start konnte ich dann meinen ersten Verkauf ohne vorherige Interaktion feiern – quasi: „das erste mal“.

Was ich neben den praktischen Wiederholungen zu Ranking und Amazon SEO wirklich spannend finde, ist die Erfahrung um Produkt USP und Preis. Oftmals wird ja kolportiert, das online die Preise kaputt sind. Bei klassischer Handelsware mag das teilweise zutreffend sein, wobei es mir hier auch zumindest teilweise „hausgemacht“ vorkommt. Denn bei meinem eigenen Produkt habe ich wieder mal erlebt, das der Preis scheinbar einen eher geringen Einfluss hat. Er spielt natürlich eine Rolle, aber bei guter Präsentation und guter Positionierung sind die Kunden auch bereit einen vermeintlich höheren Preis zu bezahlen. Ebenso ist Kundenservice und Kommunikation extrem wichtig – wenn nicht vielleicht sogar am aller wichtigsten. Inzwischen denke ich, ich hätte den Preis auch 10 – 20% höher ansetzen können. Ich kann nur empfehlen, sich hier ausreichend Gedanken zu machen, bevor man los legt. Denn wer nur über einen billigen Preis verkaufen will, wird sich dauerhaft auch an diesem geringen Preis messen lassen müssen und sitzt dann quasi in der Rabatt-Falle.

 

 

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2 Comments

Patrick
Viel Erfolg Ivo!

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