Das benutzt Du in zehn Jahren alles nicht mehr: E-Mail, TV, Smartphone

Das benutzt Du in zehn Jahren alles nicht mehr: E-Mail, TV, Smartphone

  • On 26. April 2017
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Robert Campe ist 16 und hat ein Buch über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen geschrieben – für Eltern. Ob man das lesen muss, kann jeder anhand des Klappentext bewerten – spannend finde ich aber die Aussage der Autors:“Ich habe noch nie eine E-Mail geschrieben„. Wer mit 16 ein Buch schreibt (egal ob mit oder ohne Hilfe) ist nun mit Sicherheit kein reiner „lean back“ Konsument und zur Schule scheint Robert auch noch zu gehen. Das E-Mail eher von gestern ist, ist auch nichts wirklich neues – dennoch finde ich es augenöffnend zu lesen, das die jetzigen Teenager E-Mail nicht mehr als „relevant“ erlebt. Für mich ist eine E-Mail immer noch vergleichsweise verbindlich und ich nutze sie heute noch sehr intensiv, um mich zu organisieren, zu archivieren und zu dokumentieren. Schon klar – eine Mail ist nicht „realtime“ oder „kollaborativ“ – dennoch erscheint sie mir in der Arbeitswelt als wichtig.

So weit, so disruptiv. Doch es kommt noch mehr. Während unsere Teenies also nicht mehr die Formate nutzen, auf denen heute quasi fast alle b/g2c-Prozesse im Online Business beruhen, verändern sich auch die Technologien mit denen wir Medien aller Art nutzen rapide weiter. So hat Mark Zuckerberg auf der letzten F8 Konferenz (Facebook Entwickler Konferenz) folgendes zum Besten gegeben: „We don’t need a physical TV. We can buy a $1 app ‚TV‘ and put it on the wall and watch it.“ Das ist ein Teil der 10-Jahres Strategie aus dem Jahre 2016 von Facebook:

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

Demnach ist der aktuelle Focus bei Facebook Ecosysteme in Facebook einzubinden, respektive zu erorbern. Das klingt noch recht milde, bedeutet aber schon mal nicht weniger als das versucht werden soll, möglichst viele, ökonomisch relevante Bereiche direkt in Facebook zu integrieren. Facebook wird darüber versuchen seine Schlagkraft als Plattform voll auszureizen und andere reine „Vermittler“ oder „Reseller“ auszuschließen. In Schritt drei der Vision, sollen Inhalte mittels künstlicher Intelligenz, unbeschränkter Konnektivität und Mixed Reality so in das tägliche Leben eingebunden werden, das der Mensch tatsächlich immer mehr an einen „allways on“ Zustand heran rückt. Es wird kein Smartphone oder Fernseher mehr geben. Der Anwender trägt eine projizierende Linse im Auge, mittels der er alle Inhalte wahrnehmen kann. Wenn eine gemeinesame Medienkonsumation gewünscht ist, werden Inhalte mittels kleinstem Device (wie ist hier unklar) projiziert.

Abgesehen davon, das das einen nicht unerheblichen Effekt auf die Unterhaltungshardwareindustrie haben wird, wird es erneut die Nutzung und Einbettung von Online Inhalten radikal verändern. Ich bin ein bekennender Technologiefan und bin davon überzeugt, das die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken birgt – vorausgesetzt wir managen diesen Prozess anständig. Dennoch gebe ich zu, das ich diese Vorstellungen fremdartig finde und mir nicht sicher bin, was ich davon halten soll. Ich denke dabei immer an die Folge „Nosedive“ aus der Black Swan Serie. Aber was halten Teenies wie Robert Campe davon? Wie werden unsere Kinder damit umgehen? Denn unzweifelhaft: Das wird Realität werden – vielleicht nicht in zehn Jahren, sondern schon in acht, oder erst in 15. Wir werden es erleben.

Es ist nicht möglich, heute eine sinnvolle Antwort auf diese Herausforderungen des morgen zu stellen. Gemeinsam haben diese Szenarien, das es immer wichtiger werden wird, das Individuum an sich (auch den Konsumenten) in den Mittelpunkt zu stellen und auf die Art und Weise Kontakt zu halten, wie es dem Individuum beliebt. Warum das auch für Dich wichtig sein kann? Nun – egal ob Du etwas verkaufst, einen Service anbietest oder die Familie managst. Du musst in Verbindung zu Deiner Umwelt, Deinen Kunden, Deinen was auch immer stehen. Wir müssen lernen unsere Kommunikationsverhalten stärker denn je anzupassen. Das wird sehr spannend werden.

 

 

 

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