Coworking in Hamburg – was und wo im Vergleich

Coworking in Hamburg – was und wo im Vergleich

  • On 21. November 2013
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Nach dem großen Interesse am Carsharing nun auch etwas zum Arbeitsplatzsharing – quasi. Im Arbeitsplatzbereich wird das Ganze ja Coworking genannt. Da ich temporär keinen festen Arbeitsplatz hatte und zu Hause nicht so richtig produktiv war, habe ich mal die beiden, mir bekannten, Coworking Lösungen in Hamburg getestet. Ein Vergleich lohnt sich für alle Coworker und solche die es werden wollen.

Betahaus Hamburg

Liegt trendy zwischen St.Pauli und Schanze. Die nächste U-Bahn (Feldstraße) liegt etwa 400 Meter entfernt. Die Budapester Straße zu überqueren dauert länger als der Laufweg. Das Betahaus besteht im Grunde aus drei großen Räumen, von denen einer eine Kaffeebar und einen großen Tisch beherbergt, an dem Communityeventss stattfinden und gegesse/getrunken werden kann. Die beiden anderen Räume sind voll mit Tischen, die in der Regel sehr gut besetzt sind. Meist waren nur noch 2 – 3 Plätze frei. Es gibt noch einen Konfi, der aber nicht wirklich genutzt werden kann, da die Akustik quasi voll transparent ist.

Der Ton im Betahaus ist generell eher kumpelhaft und sehr direkt. Die Athmosphäre habe ich dennoch als etwas „bedrückt“ und beengt empfunden. Für meinen Teil finde hatte ich den Eindruck, das durch die hohe Besucherdichte keine Privatsphäre mehr herrscht. Es wird quasi kaum gesprochen, wobei es aber dennoch laut ist durch die Geräusche die Menschen halt so machen und immer wieder Telefone klingeln. Die meisten springen dann auf und rennen dann auf die Straße – ansonsten hören halt etwa 15 – 25 meist unbekannte Menschen mit. Snacks und Getränke sind generell gut. Das Wifi funktioniert meist ausreichend – manchmal hat es etwas geschwächelt, was aber nicht verwundert, wenn sich 20 – 30 Personen einen Spot teilen.

Einen optischen Eindruck bekommt man gut bei diesem Video:

Ein Tagesticket kostet 17 Euro. Durch Flatrates oder Dauerbuchungen kann man die Kosten aber deutlich drücken.

Places

Das zweite Coworking Angebot das ich genutzt habe ist das Places. Es scheint deutlich unbekannter als das Betahaus zu sein. Es liegt im Kontorhausviertel, etwa 2 Gehminuten von der U-Bahn-Station Meßberg entfernt. Das Places bietet klassische Coworking Plätze an, aber auch etwas stärker abgetrennte Boxen und sogar Ein- und Zwei-Platz Büros. Auch im Places gibt es Gastronomie, die auch sehr gut ist. Die Athmosphäre ist etwas konservativer und auch die meisten Nutzer sind schon älter und wirken etwas gesetzter – dennoch habe ich es immer als sehr freundlich und offen empfunden.

Die festen Büroräume sind wohl auf Monate hinweg gebucht. Bei den klassischen Coworking Plätzen habe ich nie mehr als 50% der Plätze belegt gesehen. In Summe ist die Ausstattung vom Places nicht nur „besser“, sondern wirklich exklusiv. Wenn man Interesse an Design hat, kann man sich da mal in einen echten Lounge Chair von Eames flätzen.

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Generell ist das Places teurer. Der Coworking Platz kostet 20 Euro am Tag – die übrigen Angebote mehr. Es gibt weniger Rabatt bei längeren Anmietungen und die Gastronomie auch etwas teurer. In Summe habe ich im Places an einem Tag im Schnitt etwa 20% mehr gezahlt als im Betahaus.

Was macht Sinn?

Die klassischen Coworking-Angebote machen meiner Ansicht nach vor allem für „Nicht-Hamburger“ Sinn, die nur tageweise oder auf absehbare Zeit hier sind. In allen anderen Fällen kann ich das „Bürohopping“ empfehlen. Coworking wird oft zugesprochen, das es den Austausch und das Networking befördert. Das habe ich so nicht erlebt – die meisten fokussieren sich extrem auf ihre Inhalte und ihren Schreibtisch – da ist dann selbst ein „Hallo“ meist schon zu viel verlangt. Das Betahaus organisiert zwar Frühstücke in der Community etc – nach dem was ich dort gesehen habe, präsentieren sich da aber vor allem die „residents“ und die klassichen Zeitfresser.

Mit Bürohopping meine ich, das man sich eine bestehende Bürogemeinschaft sucht, zu der man sich gesellen kann. Das habe ich getan und festgestellt, das es wirklich mehr als ausreichend Angebote gibt. So kann man rein theoretisch regelmäßig wechseln (kurzfristigen Mietvertrag vorausgesetzt) und immer in Bewegung bleiben. Oder man „fällt in Liebe“ und bleibt halt länger.

Wenn man aber eines der Coworkingangebote nutzen will, muss man am besten schauen was man mag. Mir hat das Places deutlich besser gefallen. Die Ausstattung ermöglicht es besser, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, man hat mehr Ruhe beim Arbeiten, weniger Umfeldstörungen. Die Verkehrsanbindung ist meiner Ansicht nach besser als im Betahaus. Die Mehrkosten finde ich akzeptabel – allerdings nur bei tageweiser Nutzung, sofern man nicht eines der festen Büros ergattern kann. Dennoch wird es auch Fans für das Betahaus geben, die den urbanen Trashstyle und die größere und buntere Community suchen.

 

 

 

 

 

 

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