boss rules: Psychopathen im Geschäftsleben

boss rules: Psychopathen im Geschäftsleben

  • On 10. Dezember 2015
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Definition: Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen. Oft mangelt es Psychopathen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslos.[1] Psychopathie geht mit antisozialen Verhaltensweisen einher, so dass oft die Diagnose einer dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung gestellt werden kann.[2]

Quelle: Wikipedia

So weit so schaurig. Psychopathen sind Menschen mit einer ernsten Erkrankung. Nur um Mißverständnissen vorzubeugen: Psychopathen tun mir leid. Es ist sicherlich für die Betroffenen selber nicht einfach – auch wenn diese das Problem meist selber garnicht bemerken. Dennoch wirkt sich die Erkrankung oftmals nachteilig für die Umwelt aus. Ich denke jeder wird mit zustimmen, das man, wenn möglich, einen großen Bogen um einen Psychopathen macht – egal ob männlich oder weiblich.

Im privaten Umfeld ist es natürlich nicht schön Kontakt mit einem Psychoptahen zu haben. Je nach Rolle zueinander gibt es verschiedene Ansätze damit dann umzugehen. Im Idealfall kann man sich auch gegen einen Kontakt entscheiden und der Situation so aus dem Weg gehen, falls es har zu arg wird.

Im Berufsleben gibt es natürlich auch Psychopathen. Oft wird auch gesagt, das Psychopathen überdurchschnittlich oft in Führungspositionen zu finden sind – da sie besonders skrupellos sind und sich so nach oben „boxen“. Letztlich auch egal wann und wo – jeder der beruflich tätig ist, wird irgendwann Kontakt zu einem Psychopathen haben. Wenn man sich in dieser Situation wiederfindet, bedarf einer Strategie damit umzugehen. Flucht kann natürlich ein Weg sein – hilft aber nicht besonders das berufliche Leben aktiv und erfolgreich zu gestalten. Besonders in meiner Zeit wo ich selber als Führungskraft tätig gewesen bin, habe ich mehrfach Psychopathen kennen gelernt und für mich folgende Herangehensweise entwickelt:

  • Identifikation

Das wichtigste ist meiner Ansicht nach den Psychopathen zu erkennen. Nur wenn ich weiß, das Person X hier krankhafte Züge aufweist, kann ich entsprechend mit der Situation umgehen. Ist mir diese Erkrankung nicht bewusst, werde ich sonst vermutlich oftmals mir fremdes Verhalten versuchen in meinem Wertegerüst zu übersetzen („warum hat er/sie das nur getan?“). Das klappt nicht und verbrennt nur unnötig Zeit und Energie.

  • Labeling

Nachdem ich einen Psychopathen erkannt habe, „label“ ich diese Person gedanklich entsprechend. Damit meine ich nichts anderes als: ich mache mir bewusst, das diese Person ein Psychopath ist und merke mir das. Immer wenn die Person Kontakt zu mir hat, muss mir das bewusst sein. Keine leichte Aufgabe, wenn man es mit einem großen Netzwerk zu tun hat in dem meinetwegen etliche Psychopathen enthalten sind. Dennoch: versuchen Sie diese Personen zu markieren und sich das entsprechend zu merken.

  • Motivation/Leitlinie

Psychopathen folgen eigentlich immer einer Motivation in ihrem Handeln. Wenn diese nicht zu erkennen ist, so gibt es doch eigentlich auch immer eine Art „Leitlinie“ – das Idealbild an dem sich die Person orientiert und auf die alles referenziert wird. Wenn diese Motivation und/oder Leitlinie bekannt ist, kann ich besser antizipieren wie sich die Person verhalten wird. Ebenso kann ich diesen Umstand nutzen und für mich relevante Themen so aufbereiten, das diese dem Wertekanon des Psychopathen entsprechen.

  • Spiegeln

Ebenso kann es hilfreich sein, das Verhalten des Psychopathen zu spiegeln. Ich hatte zum Beispiel Kontakt zu einer Person die immer extrem lange geredet hat und dabei nie pünktlich war oder vereinbarte Timelines eingehalten hat. Selbst einfache Fragen haben schnell Gespräche von 30 – 60 Minuten Dauer kreiert. Mit rationalen Argumenten war dem nicht beizukommen. Am besten funktionierte die Person exakt genau so zu behandeln. Ich kam generell zu spät, redete ohne Punkt und Komma oder Struktur, in endlosen Kaskaden und bewusst über jede zeitliche Limitierung. Nach einigen „Testläufen“ merkte ich, das sich mein Gegenüber anfing unwohl zu fühlen und nun selber versuchte Gespräche schnell zu Ende zu bringen. Erstaunlicher Weise erhielt ich gleichermaßen mehr Wertschätzung von der Person.

  • Mediation

Schlußendlich kann man das Verhalten eines Psychopathen natürlich nicht sicher vorhersagen. Es kann immer zu einer Eskalation kommen. Hierfür ist es hilfreich, einen „Mitwisser“ zu haben, der im Falle der Eskalation als Mediator eingreifen kann. Diese Person sollte idealer Weise weitestgehend neutral sein, wohl aber auch ein Verständnis über den pathologischen Status der anderen Person haben. So können Situationen die außer Kontrolle geraten sind, besser wieder eingefangen werden.

 

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