Assistenzsysteme werden alles ändern – DER Gamechanger überhaupt

Assistenzsysteme werden alles ändern – DER Gamechanger überhaupt

  • On 7. Oktober 2016
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Vor ein paar Tagen hatte ich mich bereits mit dem Thema „Voice Control“ beschäftigt. Dort an dem Beispiel der neuen GoPro5 und Amazon Echo. Nun hat auch Google seinen Assistenten vorgestellt, womit Amazon (Echo), Google (Pixel?), Apple (Siri) als Plattformen hier voll auf Angriff gehen. Wieso Angriff? Weil die Assistenten die Welt stärker verändern werden, als jede andere technische Innovation der letzten 15 Jahre.

Worum geht´s? Sprachsteuerung und Assistenzsysteme gehören zusammen. Die Sprachsteuerung ermöglicht es dem Nutzer auch komplexe Aufgaben und Fragestellungen an eine Maschine zu richten. Die Maschine (aktuell in der Regel wohl Smartphones, Computer und vergleichbare Eingabegeräte) wertet den Befehl aus und reagiert hierauf. Sei es eine Information zu liefern, eine Aktion auszuführen, etwas zu merken, etc. Der besondere Reiz liegt im Komfort und der gleichermaßen entstehenden Omnipräsenz, da es extrem einfach ist, Befehle an die Maschine zu stellen. Selbst für den digitalsten Menschen ist es heute ein Mehraufwand, einen Gedanken per wie auch immer geartetem Eingabegerät in einem Gerät zu erfassen. Neben der Zeitfrage bedarf es auch der kognitiven Verbindung dies zu tun und einer Lösung/Anwendung, mit der die Anfrage verarbeitet werden kann. Unsere bisher beste Antworten darauf sind Apps. Das App-Universum auf den Smartphones/Pads (und immer mehr auf Rechnern) versucht dem schon so weit als möglich entgegen zu kommen – gleichermaßen muss der Anwender aber auch für jede Aufgabe die passende App haben und diese bedienen können. Das Resultat sind dann Anwender, die teilweise bis zu 300 Apps auf dem Smartphone haben. Im Grunde ein Wahnsinn, da der Nutzer eigentlich ja auch 300 unterschiedliche Interfaces bedienen können muss. Außerdem sind die Apps untereinander in der Regel nicht vernetzt und die Verbindung von Leistungen verschiedener Apps obliegt dem Anwender – in der Regel nicht einfach.

Die Sprachsteuerung nimmt dem Nutzer, uns allen, all dies ab. Ich spreche mit der Maschine und sie übernimmt all diese Zwischenschritte für mich. Das spart in Summe sehr viel Zeit, reduziert Komplexität, erhöht Nutzerfreundlichkeit und Effizienz und es wird alles verändern!

Die nun gelaunchten Assistenzsysteme werden sicherlich noch viele Schwächen und Kinderkrankheiten haben. Dennoch besteht bereits hier ein echter Zugewinn, der ein solches Gerät für jeden attraktiv macht. Dagegen sprechen nur komplexere Fragestellungen wie Datenschutz oder Transparenz. Erfahrungsgemäß wird dieser Produktbereich eine sehr schnelle Entwicklung erleben. Das erste iPhone wurde 2007 eingeführt und hat damit die Klasse der heutigen „Smartphones“ aus der Taufe gehoben. Das vermittelt eine Idee davon, wie Leistungsfähig Voice Control und Assistenzsysteme in 9 Jahren wohl sein werden. Ich bin fest davon überzeugt, das diese Systeme dann sicher und einwandfrei Sprache (inklusive Dialekte, Aussprachefehler und vielem mehr) erkennen und auswerten können. Vermutlich wird Sprache fließend übersetzt, ausgeben auf jede erdenkliche Art, und allerlei komplexe Frage- und Aufgabestellungen direkt in Aktionen umsetzen. Wir nähern uns dem an, was wir in Science Fiction gezeigt bekommen: Die „Maschine“ als wahrhaft intelligenter Kommunikationspartner.

Reduzierte Komplexität ist der Schlüssel zu allem! Wir Menschen sind bequem – von Natur aus. Deshalb setzt sich eigentlich immer die Anwendung durch, die „einfacher“ ist. Die heutigen Smartphones haben zu Beginn vor allem durch das bessere User Interface überzeugt – der Leistungsumfang war – wenn überhaupt – nicht besser als der anderer Powerphones in 2007. Wer schon einmal erfolgreich seinem Computer einen längeren Text diktiert hat weiß, wie viel einfacher es auf diesem Weg ist, statt den Text per Tastatur erfassen zu müssen. Deshalb wird Sprache als Eingabegerät die digitale Welt erneut (r)evolutionieren.

Was werden die Folgen sein? Diese System reduzieren den Bedarf an beispielsweise Touch Screens immens. Wozu noch auf einem Telefon rumdrücken und schmieren, wenn ich mich unterhalten kann? Manch einer sagt, das würden die Leute nicht machen, weil es „doof“ ist mit einer Maschine zu sprechen. Ich denke das wird sich sehr schnell durchsetzen und normal werden.Sehr gravierend wird auch der Einfluss dieser Systeme auf die Wertschöpfung sein. Assistenzsysteme werden die neuen „Gatekeeper“ in die digitale Welt. Wer es schafft seine Systeme den Kunden mehrheitlich anzubieten, wird die Wertschöpfung bestimmen. Denn der Assistent wird in weiten Teilen in Zukunft bestimmen, ob Dienstleister a oder b für eine Lösung eingesetzt wird. Das wird dann vor allem für die Unternehmen problematisch, die „convenience“ Produkte mit geringer Entscheidungskomplexität und/oder geringem Wert anbieten. Beispiel: Ich will eine Pizza bestellen. Dann ist es mir recht egal, ob die von Lieferant A oder B kommt – Hauptsache schnell und heiß zu einem fairen Preis. Wenn ich eine Flugreise bestellen will, werde ich schon eher Interesse an den Details haben: Zeiten, Stops, Airline, Kosten etc. Und schlußendlich werden diese Anwendungen einen sehr großen Einfluß auf den Arbeitsmarkt haben. Überall dort, wie Information und Kommunikation im Vordergrund stehen, könnten sich weitreichende Veränderungen anbahnen. Ein paar Beispiel: Aus- und Fortbildung; Informationsdienste; Datentypisten; Verkaufsberufe; etc.

Wer sind die Spielegoogle-homer? Neben Apple und Google mischt sicherlich vor allem auch Amazon in diesem Kampf mit. Bislang hat AMZ eine sehr starke Stellung, wenn es um Commerce geht, aber kaum Plattformzugang, der über die AMZ Welt hinaus geht. Mit den Assistenzsystemen ändert sich das und könnte AMZ in eine neue Entwicklungsrichtung bringen. Die Favoritenrolle hat vermutlich Google, da die Suchalgorhythmen eine optimale Grundlage für die Assistenzsysteme sind. Andere, relevante, Spieler gibt es aktuell meiner Kenntnis nach nicht. Und die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich machen es auch deutlich schwieriger für neue Anbieter, hier einzudringen – mögliche Ausnahme Facebook, qua der Masse an aktiven Nutzern in Facebook, Whatsapp und dem Rest des Zuckerberg-Imperiums. Was das dauerhaft für Wettbewerb und Qualität bedeutet, wird sich zeigen. Die Möglichkeit, sich als neue Plattform neben GAFA zu etablieren, wird jedenfalls immer kleiner.

So oder so: in den kommenden 5 – 10 Jahren werden die Karten neu gemischt und ausgegeben. Die Spielregeln für das Geschäft im Internet werden sich massiv verändern – und die Konsumentenwelt ebenfalls. Wieder einmal. Zeit zu lernen und sich zu verändern.

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