Apple Aktie im Sturzflug – Absatzschwäche und billiges iPhone

Apple Aktie im Sturzflug – Absatzschwäche und billiges iPhone

  • On 19. April 2013
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Die Apple-Aktie befindet sich aktuell schon fast im Sturzflug. Stand heute 12.00 Uhr hat die Aktie alleine diese Woche fast 10% verloren (von knapp 330€ auf 301€), mit Blick auf die 52 Wochen Entwicklung kommt die Aktien vom Alltimehigh bei 547€.

Woher kommt das?
Klar – Steve Jobs ist gestorben, 05.10.2011. Kurz danach hat der stete Sinkflug begonnen. Diese konstante Abnahme drückt aus, das Analysten und Anleger vom Kurs des neuen Chefs Tim Cook nicht überzeugt sind. Nun könnte man annehmen, das zumindest in den ersten Monaten unter der Führung von Tim Cook noch Ergebnisse von Steve Jobs´ Ägide präsentiert wurden – die Befürchtung war wohl eher, das Apple sich nicht mehr ausreichend für die Zukunft aufstellt.

Das dies zwingend nötig ist, zeigt sich, wenn man sich den Absatz von Apple in den wichtigsten Märkten ansieht. In fast allen Erstweltmärkten stagniert der Absatz von iPhones. Wachstum findet durch das iPad statt, aber auch hier holt der Wettbewerb stark auf. Mittelfristig kann Apple mit allen bestehenden Produkten in den etablierten Märkten höchstens sein Areal verteidigen – das dürfte jedoch nciht reichen um Kurse um 500€ je Aktie zu rechtfertigen, sondern würde zu einer gänzlich neuen Bewertung führen. Dies drückt sich wohl im steten Niedergang der Aktie aus. Dieser wird dann noch beschleunigt, wenn Bestätigungen diese Annahmen stützen. So wenn zum Beispiel Zulieferer über Absatzprobleme Ihrer Bauteile klagen, wie zuletzt bei Cirrus.

Zum anderen stellt sich die Frage, wie die Perspektive für Apple aussehen wird. Apple wird vermutlich ein preiswerteres iPhone auf den Markt bringen, um die Schwellenländer (Brasilien, Indien, Afrika?)  ansprechen zu können.  Ein preiswerteres Telefon wird weniger Marge bieten und damit das Apple Erlösmodell schwächen. Ein weiterer Grund das der Wert der Aktie eher sinken wird. Kurzfristig kann ein billiges Telefon natürlich eine Befreiuung darstellen – dennoch stellt sich die Frage, was dies mittel- und langfristig für die Erlöse bedeuten wird. Unabhängig davon wie ein mögliches, preiswertes, iPhone sich durchsetzen wird, hat Apple in China als größtem Markt noch Probleme (Beispiel 1, Beispiel 2) und es kann bezweifelt werden, ob Apple diese in den Griff bekommen wird.

Ferner zeigt sich an der Nachahmungsgeschwindigkeit des Wettbewerbs in Relation zum iPad, das der Vorsprung von Apple stetig schrumpft und auch bei ganz neuen Produkten nicht mehr erwartet werden kann, das Apple hier lange ein Alleinstellungsmerkmal haben wird. Mag es also nun eine Uhr oder ein Fernseher sein, den Apple als „next big thing“ rausbringen wird: der nächste Wettbewerber wird kurz danach parat stehen.

Schwer zu sagen, ob Steve Jobs damit hätte „besser“ umgehen können. Letztlich ist das auch irrelevant. Ich denke auch eher, das Apple sich solch eine Marktmacht und solch einen Vorpsrung erarbeitet hat, das es schlicht und ergreifend zum universellen Feindbild dient. Und wenn Dir erst mal alle ans Leder wollen, muss man auf Dauer mehr bieten, als lediglich schöne Produkte. Erst recht, wenn diese nicht perfekt und dabei sehr teuer sind.

Von daher gehe ich persönlich davon aus, das der Abwärtstrend der Aktie noch länger anhalten wird. Apple als Unternehmen kann davon aber letztlich sogar profitieren, wenn es den Nimbus des ewigen Favoriten einbüßt und sich auch wieder Experimente erlauben kann.

 

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